Umstrittener Auftritt

Matthäus läuft in Tschetschenien für Kadyrow-Elf auf

Lothar Matthäus verteidigt seinen Tschetschenien-Auftritt mit den Worten, "Fußball habe nichts mit Politik zu tun". Das Trikot mit der 10 trägt der Regierungschef selbst.

Foto: pa/dpa/Ulmer

Lothar Matthäus in Tschetschenien: Der deutsche Rekord-Nationalspieler ist zu einem Fußball-Freundschaftsspiel in das frühere Kriegsgebiet in Südrussland gereist. In der mittlerweile wieder aufgebauten Hauptstadt Grosny soll Dienstagabend eine von dem umstrittenen Republikchef Ramsan Kadyrow zusammengestellte Mannschaft auf die brasilianische Weltmeisterelf von 2002 treffen.

Er habe kein Problem, mit Kadyrow zu spielen, sagte Matthäus der ARD. Fußball habe nichts mit Politik zu tun. Menschenrechtler werfen Kadyrow Verstrickung in Auftragsmorde vor.

Die Gala am Internationalen Frauentag – in Russland ein arbeitsfreier Feiertag – sei ein Geschenk für die Fans, erklärte Kadyrow. Beobachter werten das Spiel hingegen als politische PR für den 34-Jährigen, der mit der Rückennummer 10 selbst mitspielen wollte. Er habe eigens fünf bis sechs Kilogramm abgenommen, sagte Kadyrow, der zugleich Präsident des ambitionierten Erstligisten Terek Grosny ist. Neuer Trainer von Terek ist der niederländische Ex-Nationalspieler Ruud Gullit. Rund 10.000 Zuschauer werden erwartet, der Eintritt ist kostenlos.

Die Mannschaft um Trainer Dunga ist am Flughafen von Kindern in Landestracht sowie Dutzenden Fans mit Blumen und tschetschenischen Köstlichkeiten empfangen worden.