Remis gegen Italien

Deutscher Nationalelf fehlte der nötige Ernst

Es war ein akzeptables Remis gegen Italien. Aber vor allem in der zweiten Hälfte gab es einige Schwächen. Da sah auch der Bundestrainer so.

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Die deutsche Nationalelf hat die WM-Revanche gegen Italien verpasst. Am Mittwoch trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 1:1 unentschieden in Dortmund.

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Dass der Jubel nach dem Abpfiff aus der italienischen Kurve kam, lässt auf die unterschiedlichen Ansprüche schließen, die die Fans an den Klassiker zwischen Deutschland und Italien hatten. Während die schwarz-rot-gold-gewandeten Zuschauer eher ernüchtert das Stadion verließen, feierten die Tifosi. Der späte Ausgleichstreffer zum 1:1 stimmte sie glücklich – und er war verdient.

Ein Testspiel, das vor und nach einem harten Bundesligawochenende stattfindet, sollte nicht überbewertet, aber auch nicht lapidar abgetan werden. Zumal der Gegner Italien hieß – da verbietet sich schon alleine aufgrund der negativen Statistik (jetzt 30 Spiele, 14 Niederlagen, 7 Siege). Das Remis gegen eine Mannschaft, die sich nach ihrer WM-Pleite im Umbruch befindet, ist akzeptabel. Mehr nicht.

Bundestrainer Joachim Löw sieht das ähnlich, fand nach dem Spiel Lob für die erste und Kritik für die zweite Halbzeit. Er wird seiner hochbegabten Truppe noch beibringen müssen, auch solche Spiele, in denen es weder um Punkte noch um viel Ruhm geht, mit dem nötigen Ernst anzugehen.

Dieser Ernst war in der zweiten Halbzeit nicht zu erkennen. Da agierte die deutsche Mannschaft halbherzig und schien sich früh mit dem Ergebnis von 1:0 angefreundet zu haben, statt konsequent auf die Entscheidung zu drängen. Dass die Italiener das nicht akzeptierten und zum 1:1 ausglichen, weckte die DFB-Auswahl kurzfristig noch einmal aus ihrer Zufriedenheit. Ein Treffer glückte nicht mehr.

Was verpasst wurde in Dortmund war eine Simulation des Ernstfalls. In Zeiten, in denen selbst in Qualifikationswettbewerben für Welt- oder Europameisterschaften drei von vier Spielen gegen deutlich unterlegene Gegner stattfinden, ist ein Spiel gegen eine große Fußballnation die ideale Generalprobe für die raren Momente, in denen wirklich Mannschaften in höchstem Ernst aufeinanderprallen.

Das zu simulieren versäumte die deutsche Nationalmannschaft am Mittwochabend. So viel Kritik sei bei aller Begeisterung für Löws verheißungsvolle Mannschaft erlaubt.