Nationalelf

Klose fehlen nur noch neun Tore bis zur Ewigkeit

Bei den Bayern ist Klose nur noch Reservist. Aber in der DFB-Auswahl trifft der 32-Jährige regelmäßig und nimmt Gerd Müllers Rekord ins Visier.

Auslaufmodell bei Bayern München, Torgarant in der Nationalmannschaft: Miroslav Klose ist auf dem besten Weg, im deutschen Fußball einen Rekord für die Ewigkeit aufzustellen. Nach seinem 59. Länderspieltreffer beim 1:1 (1:0) des WM-Dritten im Klassiker gegen den viermaligen Weltmeister Italien fehlen dem 32-Jährigen nur noch neun Treffer, um mit Gerd Müller in der ewigen Torjägerliste gleichzuziehen.

„Wenn das klappt, wäre das eine tolle Sache. Aber das ist nicht mein primäres Ziel“, sagte Klose, der beim deutschen Rekordmeister hinter dem wiedererstarkten Mario Gomez nur noch die zweite Geige spielt. Mit „kleines dickes Müller“ will sich Klose ohnehin nicht vergleichen.

„Falls ich den Rekord erreichen sollte, wäre ich stolz und glücklich. Aber an den Bomber der Nation komme ich trotzdem nicht heran, durch seine Quote hat er einen ganz anderen Stellenwert“, erläuterte der WM-Torschützenkönig von 2006 kurz und knapp, ehe er gemeinsam mit seinen Bayern-Kollegen in eine schwarze Limousine einstieg und zum Flughafen düste. Dort wartete ein Learjet auf die Münchner, die noch in der Nacht nach Hause flogen.

Müller, mittlerweile Co-Trainer von Bayern München II, hatte seine sagenhaften 68 Toren in nur 62 Länderspielen erzielt, Klose hat mittlerweile 106 Einsätze im DFB-Trikot. Vielmehr als dieser Rekord beschäftigt Klose, den Torschützen vom Dienst, derzeit ohnehin seine Situation bei den Bayern, wo er unter Trainer Louis van Gaal kaum noch Chancen hat, in die Stammelf zurückzukehren.

Nachdem sich Bayerns Top-Torjäger Mario Gomez nach seiner Innenbandzerrung im Knie, wegen der es seine Teilnahme am Länderspiel absagen musste, rechtzeitig vor dem Bundesligaspiel gegen 1899 Hoffenheim am Samstag wieder fit gemeldet hat, wird sich Klose am Wochenende einmal mehr mit der Rolle des Bankdrückers abfinden müssen.

Zuletzt stand Klose im vergangenen September am sechsten Bundesliga-Spieltag bei der 1:2-Heimniederlage gegen Mainz in der Startformation der Bayern. Seitdem ist er dreimal eingewechselt worden und hat in dieser Saison nur ein Tor in der Bundesliga und eins in der Champions League vorzuweisen.

Bundestrainer Joachim Löw sieht für die Nationalmannschaft aber sogar einen Vorteil darin, dass Klose sich bei den Bayern derzeit nicht aufreiben muss. „Miro hat seine eigenen Form betreffend ein wahnsinnig gutes Gespür. Er weiß, wenn er bei den Bayern nicht spielt, muss er zusätzlich an seinem körperlichen Zustand arbeiten. Und wenn die Fitness stimmt, kann er auch mit weniger Spielpraxis in der Nationalelf brandgefährlich sein und seine Leistung bringen.“

Löw weiß, dass er sich auf Klose verlassen kann, dem nur noch zwei Einsätze fehlen, um Jürgen Klinsmann einzuholen, der mit 108 Länderspielen auf Rang zwei der ewigen Rangliste hinter Lothar Matthäus (150) liegt. Den Rekord des Ehrenspielführers wird Klose aber wohl nicht mehr knacken.