Top Ten

Überraschungen der Vorrunde

Zehn positive Erscheinungen der Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Russland.

Glückselig: Zwei weibliche Fußball-Fans aus dem Iran

Glückselig: Zwei weibliche Fußball-Fans aus dem Iran

Foto: MURAD SEZER / REUTERS

1 Video-Assistent Das große Chaos wurde prognostiziert, weil erstmals bei einer WM das technische Hilfsmittel die Schiedsrichter unterstützen sollte. Es blieb aus, weil der Umgang mit dem Video Assistant Referee (VAR) schnell, für die Zuschauer im Stadion transparent und klar definiert angewendet wurde.

2 Weibliche Fans Lange hat es gedauert. Viel zu lange. Doch die bravourösen Auftritte der eigenen Nationalmannschaft haben dafür gesorgt, dass endlich auch weibliche Fans im Iran mit ihrem Team mitfiebern dürfen. Öffentlich und ohne Heimlichtuerei. Es ist ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung.

3 Tore Es begann ja doch recht schleppend, trotz des russischen Fünf-Tore-Spektakels im Eröffnungsspiel. Doch im weiteren Verlauf des Turniers legten die Teams ihre Scheu vor einem Torjubel immer mehr ab. 122 Tore in 48 Vorrundenspielen bedeuten einen Schnitt von 2,54 Treffer pro Spiel. Passabel.

4 Christoph Kramer Ist das hier der WM-Experte? Der Mönchengladbacher Profi erwies sich als Königstransfer des ZDF. Seine Analysen waren sachlich, ohne den Weltmeister-Kollegen von 2014 zu nahe zu treten. Schade, dass er sich nun für die Saisonvorbereitung mit dem Bundesligisten abmelden muss.

5 Fernando Hierro Die WM hat sich der Spanier sicher anders vorgestellt. Doch weil Vorgänger Julen Lopetegui noch vor Turnierstart seine unsterbliche Liebe zu Real Madrid offenbarte, musste der Sportdirektor einspringen. Das Achtelfinale hat er schon geschafft.

6 Deutsches Aus Auch wenn es schmerzlich ist und viele dieses Szenario befürchtet hatten: Das Aus der DFB-Elf, des Weltmeisters, nach nur drei Spielen ist zweifelsohne eine Überraschung dieser WM. Da tröstet es nicht, dass es früheren Weltmeistern auch schon so erging.

7 Andres Iniesta Spaniens Passmaschine überrascht gleich in doppeltem Sinne. Zum einen hat der 34-jährige Stratege noch einmal zu grandiosen Vorführungen angesetzt. Zum anderen bewies er, dass er doch irdischen Ursprungs ist: Sein ungewohnter Fehlpass leitete den Rückstand gegen Marokko (2:2) ein.

8 England Man muss sich schon verwundert die Augen reiben angesichts des Unvorstellbaren: Die Engländer können Elfmeter! Und wie: Eiskalt in den Winkel hämmerte Harry Kane seine Strafstöße gegen Panama. Und prima Fußball spielen die Briten jetzt auch noch. Verrückte neue Welt.

9 Panama Die Mittelamerikaner waren das belebende Element in einer zu oft schwerfälligen Gruppenphase. Allein die Begeisterung im Stadion bei den Toren der „Canaleros“ wirkte ansteckend – selbst wenn es sich nur um den Ehrentreffer gegen England handelte.

10 Cristiano Ronaldo Es schien, als würden Weltmeisterschaften und Portugals Superstar nie Freunde werden. Russland hat dies geändert. Im Gegensatz zu seinem Widerpart, dem Argentinier Lionel Messi, hat Ronaldo dem Turnier nicht nur wegen seiner bislang vier Tore seinen Stempel aufgedrückt.

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