WM 2018

Yann Sommer - ein vielfältiger Typ im Schweizer Tor

Torwart Sommer entwickelte sich zu einer echten Stütze der Schweizer Nationalmannschaft. Der FC Liverpool soll interessiert sein.

Yann Sommer zeigt bislang eine gute Leistung im Turnier

Yann Sommer zeigt bislang eine gute Leistung im Turnier

Foto: pa

Kaliningrad. Yann Sommers Traum begann während der Ferien in Südfrankreich. Neun Jahre war der kleine Schweizer Junge gerade alt, als er 1998 ein ganzes Land in Euphorie erlebte. "In jedem Geschäft konnte man Trikots von der Nationalmannschaft kaufen, die Gemüsehändler haben das Gemüse zur Seite gestellt und Trikots verkauft", erzählte der heute 29 Jahre alte Torwart: "Das hat mich sehr beeindruckt."

Sommer fieberte damals mit, sammelte Paninibilder und zog sich immer wieder seine Torwarttrikots über. Frankreich wurde schließlich Weltmeister vor den eigenen Fans - und Sommer war endgültig mit dem Fußball-Virus infiziert. "Ab da wusste ich: 'Okay, das möchtest du auch mal erleben in deiner Karriere'", erinnert sich der Profi von Borussia Mönchengladbach.

Nach Stationen in Vaduz, Basel und Zürich schlug er 2014 am Niederrhein auf und entwickelte sich zu einem Leistungsträger. Auch in der Rangliste der Eidgenossen arbeitete sich der mit 183 Zentimetern Körperlänge vergleichsweise kleine Torwart hoch. Bei der WM 2014 in Brasilien musste er noch dem Ex-Wolfsburger Diego Benaglio den Vortritt lassen, in Russland geht Sommers Kindheitstraum nun so richtig in Erfüllung.

"Die ganze Welt schaut auf dieses Turnier und freut sich", sagte der athletische Keeper: "Auch in Brasilien war es eine tolle Erfahrung, die ich machen durfte. Ich habe hinter Benaglio viel gelernt." Natürlich sei es aber eine "schöne Situation, wenn man ein Turnier als Nummer eins erleben darf".

Sommer ist alles andere als ein eindimensionaler Typ

Er betreibt einen Foodblog, spielt Klavier und hat auch von seiner Mutter Monika, einer Shiatsu-Therapeutin für Pferde, wichtige Anregungen für seine Karriere mitgenommen. "Durch ihre Arbeit mit den Tieren habe ich gelernt, dass ein Mensch die Aufmerksamkeit und auch die Wertschätzung eines Pferdes auf der Weide nur bekommt, wenn er über eine entsprechende Körpersprache verfügt", sagte Sommer dem Magazin 11Freunde: "So ist es auch im Fußball."

Die Körpersprache der Schweizer Nummer eins war beim erfolgreichen Auftakt in Russland gegen Brasilien vorzüglich, er entnervte unter anderem Superstar Neymar beim 1:1. Kein Wunder, dass finanzstarke Klubs ihn längst auf dem Zettel haben. Dem FC Liverpool von Jürgen Klopp wird nicht erst seit den Patzern des Deutschen Loris Karius im Champions-League-Finale von Kiew seit längerer Zeit ein gesteigertes Interesse nachgesagt.

Doch Sommers Vertrag in Gladbach läuft noch bis 2021. Und mit jedem starken Auftritt in Russland wird er teurer.