WM 2018

Besuch beim Barbier: Neymar hat die Haare wieder schön

Vor dem zweiten Gruppenspiel dreht sich nichts um den Gegner, sondern alles um Neymar. Genauer gesagt: Um seine neue Frisur.

Neymar trägt die Haare jetzt kürzer

Neymar trägt die Haare jetzt kürzer

Foto: pa

St. Petersburg. Das Schicksal Brasiliens von einem gewissen Dailson dos Reis abhängig zu machen, wäre maßlos übertrieben. Der gute Mann hat seine Stärken schließlich mit der Schere und nicht am Ball, in der Szene gilt er als äußert fingerfertig. Ob er zwei linke Füße hat, ist nicht überliefert, aber das ist auch nebensächlich, denn: "Nariko", so sein Spitzname, ist Friseur. Und sein wichtigster Kunde heißt: Neymar.

Nun schwören vor allem Frauen auf diese befreiende, fast schon mystische Wirkung einer neuen Haarpracht. Irgendwie, so das allgemeine Grundgefühl, könne man dadurch Kummer hinter sich lassen, Altlasten von sich werfen. Wahrscheinlich ergeht es Neymar nicht anders. Oder ist es etwa reiner Zufall, dass er just nach dem jüngsten Termin bei Nariko von einer neuen Leichtigkeit schwärmt?

"Ich habe mich sehr wohl gefühlt, mit meinem Fuß ist alles wieder in Ordnung", sagte der 26-Jährige, der mit seiner viel beachteten Spaghetti-Frisur viral gegangen war. Neymars Löckchen leuchten zwar immer noch blond, sie sind nun aber deutlich kürzer. Und ja, dank der Arbeit des extra in Russland weilenden Nariko schaut Neymar wieder recht chic aus.

Nariko und sein kongenialer Partner Wagner Tenorio, der für Haarkur und Co. verantwortlich ist, werden Neymar, werden der Selecao im Kampf um das WM-Achtelfinale allerdings nicht helfen können. Gegen Costa Rica müssen es die Südamerikaner am Freitag (14.00 Uhr MESZ/ZDF und Sky) schon selbst richten. Kein Ding, glaubt Neymar - schließlich sei er "nicht wegen meiner Frisur so weit gekommen, sondern wegen meines Fußballs", teilte er am Donnerstag in den sozialen Netzwerken mit.

Trotzdem kann das neue Wohlgefühl nur von Vorteil sein

"Unsere Erwartungen an das Spiel sind sehr hoch", sagte der 222-Millionen-Euro-Angreifer in einem Video des Verbandes CBF: "Ich hoffe natürlich, dass wir besser auftreten als zum Auftakt." Im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn mit den harten Attacken seiner Schweizer Gegenspieler hatte Neymar große Probleme, seine Fähigkeiten kamen beim 1:1 kaum zur Entfaltung. Die ständigen Angriffe hinterließen so sehr Spuren, dass er das Training am Dienstag wegen Schmerzen im rechten Sprunggelenk hatte abbrechen müssen.

Kurz vor dem Abflug nach St. Petersburg, wo die Mannschaft am Mittwochabend von mehreren Hundert Fans mit lauten Sprechchören empfangen wurde, gab der Star des französischen Top-Klubs Paris St. Germain allerdings Entwarnung. Neymar wird spielen, Neymar muss spielen - schließlich droht dem fünfmaligen Champion im Falle weiterer Punktverluste schon das Vorrunden-Aus.

Dass der Gegner deshalb vor allem wieder ihn nerven und aus dem Spiel nehmen will, davon sind Neymars Teamkollegen überzeugt. "Er wird viel gefoult, erhält eine Reihe von Tritten", sagte Philippe Coutinho. Kurzum: "Neymar ist die Zielscheibe."

Glücklicherweise verfügen die Brasilianer nicht zuletzt dank Coutinho über derart viele Einzelkünstler, dass auch ein "Ausfall" ihrer Nummer zehn kompensierbar wäre. "Ein Spieler wird sich immer hervortun", sagte Coutinho. Gegen die Schweiz war er es höchstpersönlich - und gegen Costa Rica?