Fußball-WM

Sieben besondere Fakten über das DFB-Gegner-Land Mexiko

Zur WM 2018 gehört nicht nur Fachwissen über Fußball, sondern auch über die Länder. Wir liefern die wichtigsten Fakten über Mexiko.

Vorrundengegner im Check: Mexiko

Am 17. Juni beginnt für Deutschland die WM im ersten Spiel gegen Mexiko.

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Berlin.  Mexiko heißt die erste Hürde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland. Am Sonntag um 17 Uhr (live im Zweiten / Kommentator ist Oliver Schmidt) ertönt der Anpfiff zum ersten Spiel der Mannschaft von Joachim Löw in Gruppe F.

Für die „El Tri“, wie die mexikanische Elf auch genannt wird, liefen die letzten sechs Weltmeisterschaften immer gleich ab. Es ging bis ins Achtelfinale, dann war Schluss – 2010 etwa nach einem 1:3 gegen Argentinien, vor vier Jahren in Brasilien wegen eines 1:2 gegen die Niederlande.

So viel zu den sportlichen Basics. Weil man beim Fußballgucken durchaus aber auch mit nicht-sportlichem Wissen schlaumeiern kann, haben wir hier sieben Fakten über das Land des DFB-Gegners zusammengestellt, die – wenn überhaupt – nur ganz am Rande mit Fußball zu tun haben.

1. Mexikos Spieler sind schon ganz „heiß“

Während sich Jogis Jungs artig im Trainingslager in Südtirol auf die WM einstimmten, ließ ein nicht gerade kleiner Teil des mexikanischen Aufgebots in Mexiko City die Sau raus. Klatschblätter und TV-Magazine berichten seitdem vom „Fiestagate“.

Und die Fiesta ging so: Neun Spieler, unter anderem Carlos Salcedo und Marco Fabian vom DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt, feierten kurz vor der Abreise nach Europa eine Sex-Party. Mit 30 Prostituierten. Rund 24 Stunden lang. Mittelfeldspieler Hector Herrera (FC Porto) musste sogar aus dem Trainingslager in Dänemark zurück in die Heimat fliegen, um den häuslichen Frieden mit seiner Ehefrau wiederherzustellen.

Aus dem Kader geflogen ist keiner der Partygäste. Das Aufgebot war der Fifa schon gemeldet worden und man habe bei der Freizeitgestaltung der Spieler sowieso keine Handhabe, meinte der mexikanische Verband. Immerhin: Seit der Ankunft in Moskau ist alles skandalfrei.

2. Mexiko gehört zu den unsportlichsten Nationen der Welt

Als Mexikaner Sportler zu sein, zudem auf hohem Niveau, ist etwas ziemlich Besonderes. Denn die Mexikaner gehören zu den dicksten Völkern der Erde.

Nirgendwo auf der Welt ist die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen in den vergangenen zwei Jahrzehnten so stark gewachsen. Ziemlich genau jeder dritte Mexikaner ist fettleibig, 70 Prozent der Bevölkerung gilt als übergewichtig. Laut Zahlen der Vereinten Nationen löste Mexiko 2013 die USA erstmals als „dickste Industrienation“ ab, seitdem liefern sich die beiden Länder ein Kopf-an-Kopf-Rennen um diesen unrühmlichen Spitzenplatz.

Das größte Problem: zuckerhaltige Getränke. Mehr als 160 Liter trinkt jeder Mexikaner im Schnitt jährlich, also beinahe einen halben Liter am Tag, am liebsten Cola. Es gibt mittlerweile Steuern auf solche Getränke und ein Werbeverbot. Letzteres ist allerdings ziemlich halbseiden: Bei Fußballspielen zum Beispiel dürfen Brausehersteller weiter werben, so viel sie wollen.

3. Mexiko hat übersinnliche Unterstützung

Mexikos selbst ernannter Oberster Hexenmeister hat in einer Zeremonie einen Sieg für die „El Tri“ gegen Deutschland vorausgesagt. Er ordne an, dass das mexikanische Nationalteam die ersten vier Partien gewinnen und einen sehr guten Platz erreichen werde, sagte Antonio Vázquez Alba. Umnebelt von Rauch bei einer Zeremonie in Mexiko-Stadt, bei der er den Schlangengott Quetzalcoatl beschwören wollte.

Der Hexenmeister mit dem langen Rauschebart twitterte am Mittwoch ein Video des WM-Rituals, das er stilecht im Fußball-Trikot Mexikos vornahm. Für das Spiel gegen Deutschland sagte er ein 1:0 für sein Team voraus.

Muss man als DFB-Fan jetzt Angst haben? Eher nicht. Vázquez Alba versuchte auch immer wieder vor den US-Wahlen zu orakeln. Eine seiner Prognosen: Donald Trump wird nicht der Kandidat der Republikaner.

4. Ärger mit Donald Trump

Apropos Donald Trump: Nicht nur das Gerede des US-Präsidenten von großen Grenzmauern und gefährlichen Drogendealern macht Fans und Spielern aus Mexiko Sorgen. Es gibt auch eine ganz konkrete juristische Auseinandersetzung der Trump-Administration, die das Lager der „El Tri“ betrifft.

Teamkapitän Rafael Marquez (39), mexikanische Galionsfigur mit Vorgeschichte beim großen FC Barcelona, sorgt seit rund zehn Monaten für Aufregung. Gegen Marquez laufen Ermittlungen der USA, weil er in engem Kontakt zum Drogenkartell von Raul Flores Hernandez gestanden haben soll. Marquez dementierte zwar immer, aber sein US-Visum wurde kurzerhand ungültig gemacht, seine Bankkonten eingefroren.

Marquez nahm sich damals eine dreimonatige Auszeit vom Fußball. Vor Gericht erwirkte er die Freigabe einiger seiner Konten. Die Anschuldigungen stehen allerdings nach wie vor im Raum. Immerhin: Am „Fiestagate“ hat Marquez keine Aktien.

11 Fakten zur deutschen Nationalmannschaft
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5. Mexiko macht musikalisch

1986 war Mexiko zuletzt Gastgeber einer Fußball-Weltmeisterschaft. Und das war glücklicherweise auch noch die Zeit, in der es für die deutsche Elf zum guten Ton gehörte, einen WM-Song aufzunehmen.

„Mexico mi amor“, das Lothar Matthäus und Co. zusammen mit Peter Alexander „gesungen“ haben, gehört definitiv zu den größten PR-Erfolgen einer deutschen Nationalmannschaft in der Geschichte des Fußballs. Inklusive Toni Schumacher, der im Fernsehen so tut, als könne er Trompete spielen. Bitteschön:

Youtube WM-Song Mexiko 1986

6.) Der mexikanische Popeye (oder so)

Mexikos Stürmerstar Javier Hernandez ist als solcher auf dem Platz nicht zu erkennen, zumindest nicht am Namen auf seinem Trikot. Dort trägt er nämlich seinen Spitznamen: Chicharito.

Die wenig furchteinflößende Bedeutung dahinter: „Die kleine Erbse“. So wird der Ex-Leverkusener genannt, weil sein Vater, ebenfalls Javier Hernandez mit Namen, wegen seiner grünen Augen einst „Erbse“ („Chicharo“) genannt wurde.

7.) Ausländer-Debatte mal anders

Anders als Joachim Löw in Deutschland ist Mexikos Nationaltrainer nicht unumstritten. Zumindest nicht beim früheren Top-Stürmer Hugo Sánchez. Der frühere Nationalspieler, für die mexikanischen Fußballfans in etwa so etwas wie Lothar Matthäus für die deutschen, hält den mexikanischen Trainer Juan-Carlos Osorio nämlich für ungeeignet. Weil er kein Mexikaner ist.

„Der Trainer ist Kolumbianer, und seine Art, die Mannschaft aufzustellen, gefällt uns Mexikanern nicht“, sagte Sánchez der „Sport Bild“. Er habe nichts gegen ihn persönlich, Osorio sei „ein korrekter und gut erzogener Mensch, hat das Team zur WM gebracht, aber er ist kein Mexikaner“, führte der 59-Jährige weiter aus. „Aufgrund meiner Ideologie werde ich nicht akzeptieren, dass ein Ausländer die Mannschaft trainiert. Mexiko gehört zu den großen Teams der Welt, und wir haben genug Trainer, die den Job prima machen können“, sagte der frühere Stürmer.

Randnotiz: Sánchez ist genauso lange ohne Trainerjob wie Lothar Matthäus. (mit dpa/sid)