Kommentar

BVB-Star Marco Reus genießt Wertschätzung im DFB-Team

Julian Draxler wird beim WM-Auftakt der deutschen Mannschaft vorne links spielen. Marco Reus' Chance wird noch kommen. Ein Kommentar.

Sichtlich gut gelaunt: Dortmunds Marco Reus im Training der deutschen Nationalmannschaft.

Sichtlich gut gelaunt: Dortmunds Marco Reus im Training der deutschen Nationalmannschaft.

Foto: dpa

Watutinki. Die Entscheidung zählte zu jenen, die zu Beginn der Mission mit Spannung erwartet worden waren. Wer spielt vorne links? Julian Draxler, der frühere Schalker? Oder doch der Dortmunder Marco Reus? Zwei hoch talentierte Spieler. Ein enges Rennen. Draxler hat es vorerst für sich entschieden.

Das sagt ganz gewiss etwas aus über Draxler und das Potenzial, das der Bundestrainer Joachim Löw in ihm sieht. Aber sagt es andersherum auch etwas aus über Marco Reus? Zum Beispiel, dass dessen Wertschätzung in der Nationalmannschaft doch nicht so groß gerät, wie man vielleicht denken könnte nach den zuletzt lobenden Worten Löws („Waffe“, „Rakete“)?

Die Antwort ist eindeutig: nein.

Dafür gibt es zwei mögliche Gründe. Erstens: Das Mandat für Draxler bedeutet nicht zwingend das Reservisten-Dasein für Reus. Dieser könnte ebenso gut anstelle von Mesut Özil in der Offensivzentrale auflaufen. Schließlich absolvierte Özil im Verlaufe der Woche zwei Trainingseinheiten zusätzlich, um seinen zuletzt maladen Körper wieder in Wettkampfform zu bringen. Ist Reus also die Überraschung, die Löw immer zuzutrauen ist? Vielleicht.

Aber selbst wenn nicht, bedeutet das nicht mangelndes Zutrauen in Reus. Der Bundestrainer weiß, dass er mit dem Dortmunder einen Mann in den eigenen Reihen hat, der stets und immer für den entscheidenden Moment sorgen kann.

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Reus‘ Chance wird daher kommen. Er ist im Vergleich zu Draxler der effizientere Einwechselspieler. Und er kann auch noch im weiteren Verlauf des Turniers in die Startformation rücken. Wenn es zum Beispiel nicht gegen eine Mannschaft wie die Mexikaner geht, die als ruppig bis rücksichtslos gilt.

Löw ist bekannt dafür, dass er sein Personal sorgfältig nach dem jeweiligen Gegner aussucht. Denkbar ist also auch, dass der Bundestrainer wieder auf eine Art Job-Sharing setzt. Was einst aus Not geschah, weil sich Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger bei der WM 2014 nach langen Verletzungen die Spielzeiten teilen mussten, würde sich aus purem Luxus wiederholen.