Vergabe der WM 2026

Trump ist Marokkos größte Hoffnung

Der DFB unterstützt offiziell die Block-Bewerbung von USA, Kanada und Mexiko. Grindel kritisiert dennoch US-Präsident Trump.

US-Präsident Donald Trump kanzelte ärmere Länder als „Dreckloch-Staaten“ ab

US-Präsident Donald Trump kanzelte ärmere Länder als „Dreckloch-Staaten“ ab

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

In Moskau wird am Mittewoch vom Fußball-Weltverband Fifa die WM 2026 vergeben. 207 stimmberechtigte Fifa-Mitglieder wählen zwischen Marokko und „United 2026“, einer Block-Bewerbung von USA, Kanada und Mexiko. In acht Jahren sollen erstmals 48 Teams teilnehmen, die 80 Partien bestreiten.

Von der Papierform her ist die Favoritenrolle klar, zumal die Amerikaner mit prognostizierten Einnahmen von 14,3 Milliarden US-Dollar locken, fast doppelt so viel wie bei einer WM in Marokko. Die Afrikaner setzen auf die Fußballbegeisterung im Land, auf gute TV-Zeiten für Europa – und auf Donald Trump.

Der US-Präsident hat ärmere Länder vor allem aus Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika vor Kurzem als „Dreckloch-Staaten“ abqualifiziert. Nun hat er noch gedroht, es könne wirtschaftliche und politische Konsequenzen geben für Länder, die gegen „United 2026“ votieren. Bei wem das wohl gut ankommt? Bei der Fifa kaum. Nach deren Statuten können Länder sogar ausgeschlossen werden, deren Regierung sich in Entscheidungen der Sportverbände einmischen.

Fifa-Bericht habe Ausschlag gegeben

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt die Bewerbung der Amerikaner. Beide Kandidaten seien zwar grundsätzlich geeignet. Doch die Ergebnisse des Evaluierungsberichtes der Fifa-Task-Force habe den Ausschlag gegeben, wonach es in Amerika weniger Eingriffe in die Natur und auch weniger Kosten gebe. Die Teilbereiche Stadien, Verkehrsinfrastruktur und die Unterbringungskapazitäten für Fans sprächen gegen Marokko.

„Es ist erfreulich, dass beide Bewerbungen nach einem fairen und transparenten Verfahren auf dem Kongress zur Abstimmung stehen. Umso bedauerlicher waren die politischen Interventionen des US-Präsidenten, die dem Fair-Play-Gedanken der Fifa widersprechen. Sie haben dementsprechend auf die Entscheidung des DFB keinen Einfluss gehabt“, wird DFB-Präsident Reinhard Grindel in einer Pressemitteilung zitiert.

„Wegen des neuen Formats eines WM-Turniers mit 48 Mannschaften haben es kleinere Länder ohne umfangreiche Stadionkapazitäten schwerer, erfolgreich als Ausrichter anzutreten. Insofern sollten kleinere und mittlere Verbände bei künftigen Weltmeisterschaften über gemeinsame Bewerbungen nachdenken“, so Grindel weiter.

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