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Özil im Kreuzfeuer der Kritik: "Kann mir nichts vormachen"

Im Kreuzfeuer der Kritik stand nach dem Europa-League-Aus der Gunners allerdings Nationalspieler Mesut Özil.

Mesut Özil schied mit Arsenal aus der Europa League aus

Mesut Özil schied mit Arsenal aus der Europa League aus

Foto: pa

Madrid. Mesut Özil schien nach dem Ende aller Titelträume betrübt zu sein. Mit leerem Blick und hängenden Schultern schlich der Weltmeister vom Feld, das Aus in der Europa League mit dem FC Arsenal hatte anscheinend tiefe Spuren hinterlassen. Dabei blieb sich Özil auch im Moment der Niederlage einfach nur treu - und er kassierte für seinen leblosen Auftritt harsche Kritik.

"Özil hat es nicht verdient, das Trikot zu tragen. Er gefällt mir schon seit einer ganzen Weile nicht mehr und muss viel besser spielen", schimpfte Martin Keown, immerhin elf Jahre lang ein Gunner und in dieser Zeit dreimal englischer Fußball-Meister, bei BT Sport. Özils Trauer nach dem 0:1 (0:1) im Rückspiel bei Atletico Madrid? "Krokodilstränen. Er kann mir nichts vormachen."

Ob der verpasste Finaleinzug dem deutschen Mittelfeldspieler nun nahe ging oder nicht, blieb offen. Özil verzichtete auf Äußerungen nach einer enttäuschenden Vorstellung, die den eigenen Ansprüchen keinesfalls gerecht werden konnte. Ganz alleine war der 29-Jährige jedoch bestimmt nicht verantwortlich für das Scheitern, das gleichzeitig bedeutete, dass Teammanager Arsene Wenger in London ohne internationalen Titel bleibt.

Wenger sah das ähnlich. "Mesut hat große Bereitschaft gezeigt, das beweisen die Statistiken. Es war ein physisches Spiel und deshalb nicht leicht für ihn", sagte der 68-Jährige, der den Klub im Sommer nach 22 Jahren verlassen wird: "Özil sollte nicht so schikaniert werden, nur weil wir keinen Treffer erzielt haben."

Kollektives Versagen bei Arsenal

Dass die Kanoniere trotz des Hinspiels (1:1) überraschend harmlos auftraten, war vielmehr das Resultat kollektiven Versagens. Nach dem frühen Ausfall von Abwehrchef Laurent Koscielny fehlte im Spielaufbau die Ordnung, der Schaltzentrale um Özil mangelte es an kreativen Einfällen, im Angriff waren die wenigen Abschlüsse zu harmlos.

Roy Keane, nach seiner Zeit beim Rekordmeister Manchester United einer der Chefkritiker des FC Arsenal, machte "fehlenden Glauben" als Ursache allen Übels aus. "Sie haben keine Anführer und keine Charaktere. Zudem fehlte die Qualität", sagte der Ire bei ITV Sport: "Die Mannschaft hat bekommen, was sie verdient: nichts. Für Wenger tut es mir aber leid."

Selbst das Boulevardblatt Sun, in all den Jahren nicht immer auf der Seite Wengers, hatte gehofft, "dass die Spieler mehr Herz und Leidenschaft zeigen, um ihrem Boss einen feierlichen Abschied zu bereiten". So aber bilden die Partien gegen den FC Burnley, bei Leicester City und Huddersfield Town den Abschluss einer unvergesslichen, international aber ungekrönten Amtszeit.

"Ich bin sehr traurig, und der Schmerz ist in solch einem Moment noch größer", sagte Wenger, der Größe zeigte und sich zum Abschluss noch einmal schützend vor seine Spieler stellte: "Die Mannschaft besitzt die Qualität, um künftig konkurrenzfähig zu sein."