Kai-Pirinha

Salvador ist Weltmeister

Heute ist es endlich soweit: Deutschland spielt gegen Ghana. In Fortaleza. Doch auf dem Zehn-Stunden-Weg dorthin hat eine Stadt bei einem Zwischenstop ganz besonders überzeugt: Salvador.

5.40 Uhr morgens. Zwischenlandung in Salvador da Bahia. Um diese Uhrzeit kann ja noch nichts los sein, oder? Von wegen! Hier ein paar Fans aus Frankreich. Natürlich super-happy. Dort ein paar Schweizer. Super-traurig. Gate 8 und 9 fest in argentinischer Hand. Alle voller Vorfreude vor ihrem heutigen Spiel gegen den Iran.

In Porto Alegre, sagt ein Gaucho. In Belo Horizonte, verbessert ihn ein anderer. Egal, sagt der Dritte. Hauptsache wir gewinnen. Darauf setzen auch die mexikanischen Anhänger, die bei Gate 10 warten. Ihre Mannschaft spielt zwar erst übermorgen. Gegen Kroatien. In Recife. Aber gefeiert werden darf ja jetzt schon mal. Und die Deutschen? Die warten vor Gate 1. Auf den Flieger nach Fortaleza. Und auf den nächsten Sieg. Gegen Ghana.

Unabhängig vom Treiben auf dem Flughafen ist Salvador für mich schon jetzt der heimliche Weltmeister bei dieser WM. Warum? Sechs Tore fielen im ersten Spiel, als die Niederlande Weltmeister Spanien mit 5:1 auseinander riss. Vier in der zweiten Partie. Deutschland, wir erinnern uns gerne, verspeiste Portugal mit 4:0 zur Mittagszeit. Und dann auch noch mal sieben Tore bei Frankreichs 5:2 am Sonnabend gegen die Schweiz. Macht zusammen 17 Treffer in drei Salvador-Spielen. Mehr Fußball geht nicht.

Mein Vorschlag: Die Fifa reagiert sofort und verlegt das Finale von Rio de Janeiros Maracana nach Salvador. Ein Gedankenspiel, das auch aus brasilianischer Sicht höchst willkommen wäre. Denn so wäre eine erneute Finalblamage im Maracana, wo Brasilien bei der letzten Heim-WM das Finale gegen Uruguay verlor, nicht mehr möglich.

Nur mal ganz am Rande erwähnt: Meinen Post-WM-Urlaub nach dem Finale beginne ich: in Salvador da Bahia. Natürlich.