Kai-Pirinha

Regen im deutschen WM-Lager vertreibt Militärpolizisten

Ein bisschen ist es sogar in Bahia wie in der Heimat: Am Sonntag durfte ich mich jedenfalls über deutsches Schmuddelwetter freuen. Unser Brasilien-Reporter Kai Schiller in seinem WM-Blog.

Foto: Kai Schiller

Das war ja klar: Am Sonntag um 19 Uhr ist die Nationalmannschaft nach Salvador aufgebrochen, wo sie Montag gegen Portugal spielt. Und sobald die Fußballer das Campo Bahia verlassen hatten, war auch das schöne Wetter vorbei. Hamburger Schmuddelwetter in Santo André!

Als es am frühen Morgen mal eine kurze Regenpause gab, wagten sich der Kollege Guido (vom Bonner Generalanzeiger) und ich uns auf eine Joggingrunde. Leider kamen wir genau 200 Meter weit, ehe uns ein tropischer Regen mit der Urkraft von Mutter Natur begleitete.

Im Film Forrest Gump heißt es an ähnlicher Stelle: „Es regnete von oben, von der Seite, von der anderen Seite, von vorne, von hinten und sogar von unten.“ Es regnete tatsächlich so stark, dass wir innerhalb von fünf Sekunden klitschnass waren. Die mahnenden Worte meiner Mutter von früher, ich solle immer trockene Füße haben, konnte ich leider nicht beherzigen. Sorry, Mama!

Sämtliche Straßenhunde verkrümelten sich, und sogar die Militärpolizisten rund um das Campo Bahia ließen ihren Wachposten mal Wachposten sein. Zu beschützen gab es ja ohnehin nichts mehr. Nach 45 Minuten Dauerlauf und Dauerregen kamen wir schließlich wieder an unserer Pousada an – und natürlich hörte es just in diesem Moment auf zu regnen. Danke, Petrus!

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Blog vom Sonnabend: Sollte der falsche Eindruck aufgekommen sein, dass der DFB kein spaßiger und selbstironischer Verband sei, der nicht den nötigen Humor mitbringt, dann bitte ich dies ausdrücklich zu entschuldigen. Denn nachdem ich den verbalen Schlagabtausch zwischen Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger und der aktuellen Verbandsspitze verfolgt habe, muss ich alles zurücknehmen. Einen größeren Humorfaktor kann es kaum geben…