Nationalmannschaft

Wer Deutschland bei der Fußball-WM ärgern will

Auf die deutsche Nationalmannschaft warten der Schalker Kevin-Prince Boateng mit Ghana, Jürgen Klinsmann als Trainer der USA und Superstar Cristiano Ronaldo mit Portugal in der Vorrunde.

Foto: José Sena Goulão / dpa

Zum Auftakt wartet ein Match, das eines Viertel- oder Halbfinales würdig ist: In Salvador trifft die Löw-Truppe auf Portugal, den wohl anspruchsvollsten Vorrundengegner. Die größte Stärke der Portugiesen ist gleichzeitig ihre größte Schwäche und heißt Cristiano Ronaldo. Er ist der Superstar, der Spiele im Alleingang entscheiden kann, alles ist auf den aktuellen Weltfußballer zugeschnitten. Funktioniert er, funktioniert auch Portugal. Doch hinter dem polarisierenden Stürmer stehen große Fragezeichen. Anhaltende Knie- und Oberschenkelprobleme verhindern Training und Testspiele. Sogar die WM-Teilnahme ist in Gefahr. Doch auch andere Spieler verdienen das Prädikat Weltklasse, allen voran Pepe und Coentrão, Ronaldos Kollegen bei Real Madrid. Das Trio hatte wesentlichen Anteil am Triumph über Bayern München in der aktuellen Champions League. Zu beachten sind auch Nani – bei Manchester United top, in der Auswahl oftmals mit Fehlzündungen – sowie Mittelfeldmotor Meireles (Besiktas Istanbul). Aus der Bundesliga hat es Wolfsburgs Stürmer Vieirinha in den 23er-Kader geschafft. Letzte Fragen zur Stärke der Portugiesen klärt ein Blick auf die Fifa-Rangliste. Sie stehen an dritter Stelle – nur knapp hinter den zweitplatzierten Deutschen. Respekt ja, Angst nein. Für ein gesundes deutsches Selbstbewusstsein sprechen die Gesamtbilanz der Ländervergleiche, die jüngsten Ergebnisse und das bisherige Abschneiden Portugals bei Weltmeisterschaften.

Deutschland – Portugal:

16. Juni, 18 Uhr (MEZ); Salvador

Ghana ist schwerer einzuschätzen als Portugal oder die USA. Die Mannschaft der „Black Stars“ ist besetzt mit zahlreichen Spielern, die in ausländischen Ligen ihr Geld verdienen, allerdings fehlen ihnen eingespielte Blöcke wie bei den Portugiesen das Real-Trio oder die Bayern- und Dortmund-Fraktionen der Deutschen. Ghana zählt zu den stärksten Mannschaften Afrikas, die Titelchancen der „Black Stars“ in Brasilien bei der dritten WM-Teilnahme sind die eines klassischen Außenseiters. Pikant aus deutscher Sicht ist das Duell der in Berlin geborenen und bei Hertha BSC geschulten Boateng-Brüder. Auf deutscher Seite spielt Münchens Verteidiger Jerome, auf Seiten Ghanas der extrovertiertere Kevin-Prince, der sowohl bei Schalke als auch in der Nationalmannschaft Ghanas Lenker und Denker ist. Kürzlich hatte KPB behauptet, der deutschen Mannschaft fehlten die Typen. Die Antwort will die DFB-Elf beim zweiten Vorrundenspiel auf dem Platz geben. Zu den Stars des Teams gehören neben KPB auch Essien, Muntari (beide AC Mailand), Asamoah (Juventus Turin) und die Ayew-Brüder (beide Olympique Marseille).

Deutschland – Ghana:

21. Juni, 21 Uhr (MEZ); Fortaleza

Die USA sind bei ihrer zehnten WM-Teilnahme nicht zu unterschätzen, sollten einer DFB-Elf in Normalform aber keine ernsthaften Probleme bereiten. Jürgen Klinsmann – bei der WM 2006 noch Deutschlands Coach und Löw-Chef – setzt auf einen Mix aus erfahrenen Spielern der US Major League und Legionären. Zu den Erfahrenen zählt Stürmer Clint Dempsey. Überrascht hat Klinsmann mit dem Verzicht auf den Rekordtorschützen Landon Donovan, der u. a. von Jozy Altidore (AFC Sunderland) ersetzt wird. Ebenso überraschend berief er Bayern Münchens Talent Julian Green (18) und Innenverteidiger John Brooks (21) von Hertha BSC in den 23er-Kader. Aus der deutschen Eliteliga kommen auch Timothy Chandler (Nürnberg) und Fabian Johnson (Hoffenheim), dazu sind die Ex-Bundeliga-Profis Jermaine Jones (zuletzt Schalke) und Michael Bradley (Mönchengladbach) dabei. Als Schwachpunkt der US-Boys gilt die Abwehr, doch manche Experten zählen die USA zum erweiterten Favoritenkreis. Läuft aber alles normal, ist nach der Vorrunde Schluss, und Deutschland und Portugal kommen weiter.

USA – Deutschland:

26. Juni, 18 Uhr (MEZ); Recife