Kai-Pirinha

Adeus, Rio de Janeiro! Bom dia, Bahia!

Endlich! In neun Tagen beginnt die Weltmeisterschaft. Für den Morgenpost-Blog beginnt die nächste Phase aber schon heute.

Foto: Getty Images

Man glaubt es kaum: Mein erster Monat in Brasilien ist vorbei. Nun wird es Zeit, Rio de Janeiro vorerst Adeus zu sagen, denn ab heute geht’s ins deutsche Quartier nach Santo André in Bahia. Das Gute: Ich darf ja wiederkommen nach Rio: am 13. Juli. Zum Finale…

Trotzdem darf man nach einem Monat in Brasilien und so kurz vor der WM ein kleines Zwischenfazit ziehen: Ich habe ganz viel Fußball erlebt, aber nur wenig WM-Vorfreude. Viele Proteste, aber nur wenig Verständnis für Regierung und Fifa. Viele engagierte Menschen mit wenig Lust auf ein Weiter so. Nach einem Monat in Rio de Janeiro, Sao Paulo, Porto Alegre und Teresópolis bin ich zuversichtlich, dass es eine tolle WM wird, aber eine ganz andere als von vielen erwartet. Ich denke, dass ich über die Politisierung des Turniers ausreichend hier im Blog geschrieben habe. Und ich bleibe dabei: Die WM wird nicht trotz der Demonstrationen gut werden, sie wird auch wegen der Proteste gut werden.

Und sonst? Natürlich ganz viel Grillkäse, viel Fleisch, viel Bohnen und Reis. Aber nur wenig Gemüse. Viele Streiks, viele Verspätungen. Aber gleichzeitig wenig Aufregung. Ganz viel „Tudo bem“ und „Tranquilo“. Und gerade deswegen wenig Ärger… Es hat dann eben doch immer alles geklappt. „Isso é o Brasil!“, sagt der Taxifahrer, der zu spät kommende Gesprächspartner, der Kellner. Jeder. Das ist eben Brasilien…

Ab dem Wochenende ist dann auch die Nationalmannschaft in Bahia. Selbstverständlich nicht zu spät, sondern pünktlich. Dann gibt’s hoffentlich ganz viele interessante Neuigkeiten, aber nur wenige neue Verletzte. Viele Tore und wenig Aufregung um Pinkelpossen oder abzugebende Führerscheine. Ich hoffe auf viele neue Mutmacher und wenig Stimmungsbremsen. Und vor allem: viele Siege – am besten sieben.

Also: Adeus, Rio! Até amanha na Bahia. Bis morgen in Bahia…