WM-Fieber

Enkel beklagt Druck auf Mandela

Von Mandela bis Oktopus Paul - WM-Splitter aus Südafrika

Enkel beklagt Druck auf Mandela

Auf Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela ist nach Angaben seines Enkels vom Weltverband Fifa "extremer Druck" ausgeübt worden, damit dieser zum WM-Endspiel erscheint. Dies sagte Mandla Mandela der BBC. Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident Südafrikas, der am 18. Juli sein 92. Lebensjahr vollendet, sei von der Fifa und Präsident Joseph S. Blatter schon im Zusammenhang mit dem Erscheinen zum Eröffnungsspiel unter Druck gesetzt worden.

Wegen des tödlichen Autounfalls seiner Ur-Enkelin Zenani am Vortag des Auftaktspiels hatte Mandela auf ein Erscheinen verzichtet. "Wir haben den Verlust von Zenani betrauert", sagte Mandla Mandela, "so kamen wir unter extremen Druck seitens der Fifa, die uns aufforderte, dass mein Großvater beim Finale erscheint. Doch diese Entscheidung liegt ganz allein bei ihm, wie er aufwacht, wie er sich fühlt, was die Mediziner sagen, aber auch seine Familie." Er fühlte sich gut und war tatsächlich bei der Abschlussfeier dabei.

Traumhafte TV-Quoten

Für die TV-Sender war die WM nicht nur wegen der Rekordquote bei Deutschlands Halbfinal-Aus gegen Spanien (31,1 Millionen Zuschauer) eine einzige Erfolgsgeschichte. Das Spiel um Platz drei zwischen Deutschland und Uruguay (ARD) sahen noch einmal 23,62 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 77,3 Prozent). Damit wurden bei allen sieben WM-Auftritten der Deutschen deutlich mehr als 20 Millionen Fans gemessen. Die Rekordquote beim 0:1 gegen Spanien von in der Spitze 32,88 Millionen Zuschauern löschte die alte Bestmarke des ZDF von Deutschlands Halbfinalniederlage gegen Italien 2006 (29,66 Millionen) aus. Der Rekord für eine Sendung ohne Fußball ist fast 25 Jahre alt: 1985 sahen 27,97 Millionen Zuschauer die siebte Folge des ZDF-Klassikers "Schwarzwaldklinik".

Chaos in den Grachten

Zahlreiche Hausbootbesitzer in Amsterdam hofften auf eine Final-Niederlage der Niederlande. Dann würde die Elftal nämlich nach ihrer Rückkehr die geplante Grachtenrundfahrt ausfallen lassen. Viele Wohnbootbesitzer denken mit Schrecken an 1988 zurück, als die Elftal Europameister wurde und erstmals eine Grachtentour unternahm. Damals standen Hunderttausende Fußballfans an den Ufern, stürmten in ihrer Begeisterung auch die Hausboote. Zahlreiche Boote kenterten und gingen unter. Aus Vorsorge haben einige Bootsbesitzer zum Schutz ihres Eigentums Sicherheitsfirmen engagiert.

Krake Paul in Berlin willkommen

Thomas Ziolko, Vorsitzender des Fördervereins Tierpark und Zoo, würde es begrüßen, wenn der Krake Paul auch in Berlin zu sehen wäre. Aber nur unter zwei Voraussetzungen. "Das Tier darf nicht leiden", sagt Ziolko. "Und Paul darf nicht voraussagen, dass Hertha in der zweiten Bundesliga bleibt." Ein bisschen Vertrauen in die Qualitäten des Oktopus wäre in jedem Falle angebracht. Denn auch das gestrige Finalergebnis hat Paul schließlich vorausgesagt. Er tippte auf Spanien als den kommenden Weltmeister. Alle Achtung und Respekt, Tintenfisch: Wer kann schon wie er von sich behaupten, dass er es bei dieser WM in Südafrika zu einer Trefferquote von hundert Prozent gebracht hat?

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