Nach Argentinien-Pleite

Löw sieht noch "die eine oder andere Baustelle"

Die Niederlage gegen Argentinien zeigte der deutschen Nationalelf, dass noch viel Arbeit im Hinblick auf die Weltmeisterschaft wartet. In jedem Mannschaftsteil waren die Defizite deutlich zu erkennen. Es fehlte vor allem an Mut und Durchschlagskraft in der Offensive. Trotzdem sah Bundestrainer Joachim Löw auch Positives.

Nach der ersten Länderspiel-Niederlage nach über einem Jahr setzt Joachim Löw ganz auf die unmittelbare WM-Vorbereitung ab Mai.

Derzeit gebe es in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer „die eine oder andere Baustelle“, räumte Löw nach dem 0:1 am Mittwoch in München gegen Argentinien ein, doch der 50-Jährige ist sicher: „Wenn wir dann vier Wochen zusammen sind, können wir konsequent an diesen Dingen arbeiten.“ Wichtig sei vor allem auch die „Detailabstimmung in jedem Mannschaftsteil“.

Gegen den spielstarken zweimaligen Weltmeister aus Südamerika fehlte dem deutschen Team vor 65.152 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Münchner Stadion vor allem Mut und Durchschlagskraft in der Offensive.

„Was wir nicht gut gemacht haben: Wir haben es nicht geschafft, Druck aufzubauen, die Argentinier zu Fehlern zu zwingen, in der Offensive klare Akzente zu setzen. Es hat uns der Mut gefehlt, aus der Kompaktheit mehr nach vorne zu machen“, analysierte Löw, der in der Woche vor dem Saisonabschluss der Bundesliga am 8. Mai sein vorläufiges WM-Aufgebot benennen und dann in die „Feinabstimmung“ gehen will.

Gute Chancen, dann dabei zu sein, haben der Münchner Aufsteiger Thomas Müller und der Leverkusener Toni Kroos. Beide feierten als Neulinge Nummer 33 und 34 in der Ära des Bundestrainers Joachim Löw gegen Argentinien ihr Debüt im DFB-Team.

„Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht“, urteilt der Bundestrainer. Vor allem dem von Beginn an eingesetzten Müller traut Löw gleich einen Stammplatz im Team zu: „Ich glaube schon, dass Müller das Potenzial hat, auf Dauer rechts zu spielen.“

Dann könnte Bastian Schweinsteiger auch bei der WM-Endrunde vom 11. Juni bis 11. Juli in Südafrika den Part des zweiten defensiven Mittelfeldspielers neben Michael Ballack übernehmen. „Schweinsteiger und Ballack können schon zusammen spielen. Es hängt viel von der WM-Vorbereitung ab, da muss einiges eingespielt werden mit den drei Zentralen Schweinsteiger, Özil und Ballack“, sagte Löw.

Torhüter René Adler, der von Löw vor dem Argentinien-Spiel zur neuen Nummer 1 auch für die WM befördert worden war, gab sich selbst mit die Schuld am spielentscheidenden 0:1 gegen das Team des einstigen Super-Fußballers Diego Maradona.

„Im Nachhinein sieht man, ich komme zu spät“, sagte der Leverkusener. „Wenn man sich entschließt, zu gehen, muss man es auch durchziehen“, kommentierte Adler das Siegtor von Gonzalo Higuain.

Löw sagte zu der Szene in der 45. Spielminute: „Es ist richtig, wenn wir so weit vorne sind, dass René Adler da rauskommt. Wir haben ein paar Fehler mehr gemacht als Argentinien, das wird auf dem Niveau bestraft.“