EM2016

Die Uefa will die Spielerkinder vom Platz schmeißen

Die Bilder der Fußballer, die nach dem Spiel mit ihren Kindern auf dem Platz tollen, begeistern Millionen. Der Uefa gefällt das nicht.

Der Uefa ein Dorn im Auge: Pepe spielte nach dem gewonnenen Viertelfinale gegen Polen mit seinen Kindern auf dem Rasen

Der Uefa ein Dorn im Auge: Pepe spielte nach dem gewonnenen Viertelfinale gegen Polen mit seinen Kindern auf dem Rasen

Foto: Laurence Griffiths / Getty Images

Paris.  – Die Uefa möchte Kinder von Fußball-Nationalspielern künftig nicht mehr auf den Spielfeldern der EM in Frankreich sehen. Zwar seien die Bilder der walisischen Jungen und Mädchen nach dem Viertelfinal-Erfolg gegen Belgien (3:1) „sehr schön“ gewesen, sagte Turnierdirektor Martin Kallen am Dienstag in Paris. „Aber das ist eine Europameisterschaft und zumindest auf dem Rasen keine Familienveranstaltung.“ Stadien seien zudem nicht der sicherste Platz für Kinder.

Oliver Bierhoff begrüßt die Entscheidung

Nach dem sensationellen Halbfinal-Einzug der Waliser hatten die Kinder zahlreicher Spieler auf dem Platz des Stade Pierre Mauroy in Lille gespielt. Auch nach den Achtelfinale gegen Nordirland (1:0) war in Paris etwa die ältere Tochter von Superstar Gareth Bale auf den Platz gekommen. Bereits nach dem ersten Viertelfinale hatte der portugiesische Abwehrspieler Pepe nach dem Erfolg gegen Polen auf dem Rasen mit seinen Kindern gespielt.

„Die Uefa missbilligt das leider, weil es ein Vordringen auf den Platz ist“, sagte der walisische Verbandschef David Griffiths der Nachrichtenagentur AP. „Aber die Mannschaft ist wie eine Familie, und die Jungs waren jetzt so lange zusammen.“

Deutschlands Teammanager Oliver Bierhoff begrüßte den Vorstoß der Uefa. „Mir persönlich ist es auch ein bisschen zuviel. Auf dem Platz sollte die Mannschaft unter sich bleiben. Ich kann die Entscheidung nachvollziehen“, sagte Bierhoff am Dienstag im DFB-Teamquartier.