EM2016

Mesut Özil: „Ich esse so wenig Brot wie möglich“

Mesut Özil ist in England noch stärker geworden. Auch dank Umstellung seiner Ernährung. Eine gewisse Rolle spielt auch die Eistonne.

Mesut Özil ist in der deutschen Nationalelf gesetzt. Bundestrainer Joachim Löw ließ auch nach einem mäßigen EM-Start keine Zweifel daran aufkommen, dass der Gelsenkirchener seine erste Wahl im offensiven Mittelfeld ist

Mesut Özil ist in der deutschen Nationalelf gesetzt. Bundestrainer Joachim Löw ließ auch nach einem mäßigen EM-Start keine Zweifel daran aufkommen, dass der Gelsenkirchener seine erste Wahl im offensiven Mittelfeld ist

Foto: Christian Charisius / dpa

Évian-les-Bains/Berlin.  Auch wenn Mesut Özil im Achtelfinale gegen die Slowakei einen Elfmeter verschoss, als Spielmacher bleibt der 27-Jährige bei Joachim Löw gesetzt. Im Interview verrät der Mittelfeldstar vom FC Arsenal, warum er seine Ernährung umgestellt hat – und andere Dinge auch.

Herr Özil, Sie waren in dieser Saison der Vorlagen-König der Premier League. Aber mal ehrlich: Ist selbst treffen nicht viel schöner?

Mesut Özil: Zuerst einmal bin ich einfach froh, dass es bei mir super läuft. Natürlich geht es im Fußball nur um Tore, Tore, Tore. Daran wirst du gemessen. Ich bin nun mal eher der Typ Vorbereiter. In England wird das aber auch recht hoch angesehen. Am besten ist es, ich höre einfach gar nicht mehr auf mit dem Vorbereiten von Toren. Ich mache das eh lieber als Tore schießen.

Entschuldigung, aber das glauben wir ihnen nicht.

Ich bin für meine Vorlagen bekannt, das habe ich mir erarbeitet (lacht). Für mich ist es momentan einfach das Wichtigste, dass das klappt. Ich bin ein Teamplayer.

Der sich schon einmal neu definiert hat. In seiner zweieinhalbmonatigen Verletzungspause in der Saison 2014/15. Damals hatten Sie einen Außenbandanriss im Knie.

Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich über einen so langen Zeitraum verletzt war. Ich habe den Fußball damals sehr vermisst, wollte schnell wieder fit sein. Richtig fit.

„Fisch essen ist auch gut“

Was heißt das?

Nicht einfach nur schnell zurückkommen. Das ist gefährlich, du kannst dich dann schnell wieder verletzen. Das wollte ich nicht riskieren. Ich wollte nicht wieder pausieren müssen. Deshalb habe ich ein paar Sachen verändert.

Welche denn?

Um die Risiken noch weiter zu minimieren, habe ich meine Ernährung umgestellt. Habe so wenig Brot wie möglich gegessen, so viel Wasser wie möglich getrunken. Und grünen Tee. Fisch essen ist auch gut. Es klingt simpel. Ich habe da vorher aber zu wenig drauf geachtet.

Auf Schalke sahen sie manchmal aus, als ob – bitte nicht falsch verstehen – Ihnen das Trikot zwei Nummern zu groß wäre. Jetzt stehen Sie gut definiert da. Krafttraining?

Schnelligkeit, Kraft und Antritt. Das alles trainiere ich gezielt. Breiter werden möchte ich gar nicht. Klar, ab und zu trainiere ich gezielt nur den Oberkörper, um ihn so in Form zu halten, wie er jetzt ist. Ich konzentriere mich jetzt auch mehr auf die Dinge, bei denen ich Nachteile habe. Schnellkraft, Beweglichkeit, alles muss zueinander passen. So sinkt auch das Verletzungsrisiko.

Eine Ihrer Vorgaben an sich war es auch, nach jedem Training in kaltes Wasser zu steigen, in die berühmte Eistonne. Haben Sie es durchgezogen?

Ehrlich gesagt nicht. Aber ab und zu ist es notwendig. Und dann gehe ich rein.

„In meiner Freizeit rede ich so wenig wie möglich über Fußball“

Welche Rolle spielt die Premier League bei Ihrer Entwicklung? Hat Ihnen diese Liga das letzte bisschen Härte gegeben, das Sie zu einem noch kompletteren Spieler macht?

Ich habe in der Bundesliga (Schalke und Bremen, d. Red.) und der spanischen Liga (Real Madrid, d. Red.) gespielt. Ja, die Premier League ist ganz anders. Es ist mehr Tempo drin, es geht hin und her. Wenn ich das alles so vergleiche, ist die Premier League sicher eine der anstrengendsten Ligen der Welt. Und klar. Darauf stellt sich auch der Körper ein.

Was macht Mesut Özil, wenn mal kein Fußball ansteht?

Ich mache so viel es geht mit meiner Familie und Freunden. Sie besuchen mich auch oft. Das ist mir wichtig. Dann rede ich so wenig wie möglich über Fußball. Wenn ich frei habe und es die Zeit erlaubt, fliege ich gerne nach Düsseldorf, besuche in Gelsenkirchen meine Leute. Das brauche ich, da komme ich her.