EM2016

Pressestimmen: „England ist nur noch eine Lachnummer“

Nach den letzten beiden Viertelfinals schütten Englands Zeitungen Hohn und Spott über ihr Team aus, während Italien voller Stolz ist..

Am Boden zerstört: Kapitän Wayne Rooney (2.v.r.) will Gary Cahill, Joe Hart und Dele Alli (v.l.) trösten

Am Boden zerstört: Kapitän Wayne Rooney (2.v.r.) will Gary Cahill, Joe Hart und Dele Alli (v.l.) trösten

Foto: Laurence Griffiths / Getty Images

Berlin.  Nach den letzten beiden Viertelfinalspielen ist Italiens Presse stolz, Spanien enttäuscht, Island feiert den Sensationssieg gegen England, dessen Zeitungen Hohn und Spott über die „Three Lions“ ausschütten.

Italien gegen Spanien

„Gazzetta dello Sport“ (Italien): Aus dem Zylinder von Conte ist ein Gorilla gekommen. Und jetzt Deutschland, der Weltmeister, der Angst vor uns hat. Ein Meisterwerk. Italien vernichtet Spanien. Jetzt müssen wir gegen das furchterregende Deutschland antreten, doch nach dem perfekten Spiel der Squadra müssen sich auch die Deutschen echte Sorgen machen. Schließlich sind sie die Weltmeister und müssen gewinnen. Wir sind eine Mannschaft, die nichts zu verlieren hat.

„Corriere dello Sport“ (Italien): Tikitalia! Spanien zerstört, Rache für das Finale 2012. Zum Träumen: Spanien sind wir. Deutschland, du machst uns keine Angst! Wir sind nicht der Alptraum der Deutschen, wir sind ihr Trauma, ihre fußballerische Tragödie. Es gab einmal das Tiki-Taka, die spanische Kunst, den Gegner zu narkotisieren und ihn in ein Spinnennetz aus 100 Dribblings einzuflechten, bevor die Spanier den Siegestreffer schafften. Jetzt heißt es, gegen die Weltmeister anzutreten. Sie haben Neuer, wir haben Buffon. Die Deutschen haben außerordentliche Qualitäten, auf die wir jedoch mit dem TikItalia antworten können.

„Tuttosport“ (Italien): Schön, schmutzig und erfolgreich: Italien vernichtet die Europameister dank eines Meisterwerks Contes, der taktisch keine Fehler begangen und den Spielern all sein Enthusiasmus vermittelt hat. Jetzt heißt es, gegen Deutschland ein weiteres Wunder zu vollbringen.

„Repubblica (Italien): Herz und schönes Spiel: Bella Italia gewinnt. Dieses Italien ist zu schön, um wahr zu sein! Der Applaus der Tifosi ist vor allem dem Strategen Conte gewidmet.

„Corriere della Sera“ (Italien): Fantastisches Italien, Spanien verbeugt sich! Conte hat die Spanier gedemütigt. Es ist ein magischer Sieg, ein Meisterwerk Contes mit einer Gruppe alter Jungs.

„El Mundo“ (Spanien): Die Goldene Zeit der spanischen Nationalmannschaft ist zu Ende. Der Europameister ist tot. Das Team, das einst die Welt begeistert hatte, gleicht heute einer runzligen Aristokratin. Nun sind neue Gesichter und ein neues Projekt vonnöten.

„Marca“ (Spanien): Wir sind nicht mehr die Besten. Spanien war hinten schwach, hatte keine klaren Ideen und war zudem unfähig das Spiel im Mittelfeld zu kontrollieren. Die italienischen Riesen machten Spanien von Beginn an Angst. Der Zyklus, der 2008 begann, ist jetzt definitiv Geschichte. Wien, Johannesburg und Kiew werden uns immer in Erinnerung bleiben. Paris niemals.

„AS“ (Spanien): Ende einer Epoche. Italien beerdigt das, was noch von der großen Mannschaft übrig geblieben ist. Es ist vorbei. Es ist ein schlechtes Ende für del Bosque, auch wenn wir ihm ewig dankbar sein werden. Die erste Halbzeit war fürchterlich, Spanien sah aus wie eine Urlaubermannschaft.

„Sport“: (Spanien) Iniesta verlor den magischen Zauberstab. Italien war in allen Belangen überlegen. Spanien zeigte sich nervös und ganz speziell Sergio Ramos.

„El Mundo Deportivo“ (Spanien): Del Bosque hat so ein Ende nicht verdient. Spanien beging Selbstmord gegen Italien in einer desaströsen ersten Halbzeit. Del Bosques Männer bekamen gar nicht mit, was auf dem Spielfeld abging. Nach diesem Fiasko muss sich Spanien regenerieren.

„El Pais“ (Spanien): Italien löscht das spanische Feuer aus. Spanien blieb blass und ohne Mumm. Italien hat keine großen Solisten aber einen großen Mannschaftsgeist.

England gegen Island

„Times“ (England): Nach 959 Spielen war das die demütigendste Niederlage in Englands Geschichte – gegen ein Land von 330.000 Einwohnern, trainiert von einem Zahnarzt. England hat letzte Nacht aufgehört, ein Fußball-Team zu sein und ist nur noch eine Lachnummer. Das war hirntoter Fußball, voll von Individuen in Panik.

„Mirror“ (England): Brrrexit Hodgson. Völlige Demütigung. Keine Ideen, keine Überzeugung, keine Klagen - Roy Hodgons Männer sind nach einer grauenhaften Vorstellung in Nizza auf dem Weg nach Hause. Es gibt drei Dinge, die sicher sind im Leben: Tod, Steuern und mittelmäßige englische Vorstellungen in großen Turnieren.

„The Sun“ (England): Was für eine Blamage! Die Three Lions werden mit der peinlichsten Niederlage der Geschichte aus der EM geworfen. Bevor die Spieler in ihren Urlaub nach Vegas, Dubai oder Marbella jetten, sollten sie sich endlose Wiederholungen der isländischen Feierlichkeiten ansehen. So etwas darf nie wieder passieren. Das tut weh. Richtig weh. Auf Wiedersehen Roy, Danke Roy - Sie waren ein vollkommenes Desaster.

„The Guardian“ (England): England wird von Island gedemütigt und aus der EM geworfen. Für Roy Hodgson war es ein schändliches Ende seines Postens als Teammanager. Bei allem, was in dieser Zeit geschehen ist: Seine Amtszeit wird immer mit der totalen Demütigung verbunden sein, die mit dieser Niederlage einhergeht. Und mit dem Wissen, dass diese Niederlage seinen Platz findet, unter den schlimmsten Resultaten der Nationalmannschaft.

„Frettabladid“ (Island): Unserer Brüder mit den Löwenherzen. Es brauchte keine Tricks, um das Spiel zu gewinnen. Nicht auf 0:0 spielen und dann im Elfmeterschießen zuschlagen. Nicht dem Gegner den Ball geben und darauf hoffen, dass er nicht trifft. Nichts dergleichen. Das isländische Team hat eine Weltklasse-Leistung gezeigt. Die Engländer trauten ihren Augen nicht.

„Pressan“ (Island): Wir verneigen uns: Ihr seid Giganten, Isländer. Das englische Team hat sich blamiert, das ganze Kompliment muss nach Island gehen, das die Fußballwelt im Sturm erobert. Nicht wegen des schönen Spiels, sondern wegen der Leidenschaft. Am Freitag hat sich England einen Spaß mit Europa gemacht, heute lacht die Fußballwelt über England.

„Kjarninn“ (island): „Island führt England vor. Das Abenteuer Islands bei der Europameisterschaft geht nach einer absolut magischen Vorstellung weiter.

„Morgunbladid“ (Island): Island darf nach einem historischen Sieg weiter spielen. Das isländische Team hat gegen England einen unglaublichen Willen und eine herausragende Entschlossenheit gezeigt, der Sieg war absolut atemberaubend. Island schreibt nun ein weiteres Kapitel seiner Fußball-Geschichte, wenn der Gegner im Viertelfinale Gastgeber Frankreich ist.