EURO 2016

Wie EM-Kommentator Matthäus die Herzen der Briten erobert

Lothar Matthäus’ Art Englisch zu sprechen ist legendär. Nun tritt er im britischen Fernsehen auf – und begeistert sein Publikum.

Lothar Matthäus bei einem seiner vielen öffentlichen Auftritte.

Lothar Matthäus bei einem seiner vielen öffentlichen Auftritte.

Foto: imago stock&people

Berlin/London.  Lothar Matthäus kommentiert im englischen Fernsehen die Fußball-EM und es ist ganz genauso, wie er es auf seiner Homepage verspricht: Als „der Experte“ zeigt er „Leidenschaft für Fußball, unvergleichliche Erfahrung, analytischen Verstand“ und ist damit der „ideale TV-Kommentator“. Gefeiert wird der deutsche Ex-Nationalspieler im Netz aber nicht primär für sein Fachwissen, sondern für sein unvergleichliches „matthäusisches Denglisch“, seiner ganz eigenen Mischung aus Deutsch und deutsch ausgesprochenem Englisch. Zumindest jenseits des Ärmelkanals gewinnt er damit die Herzen.

So sorgte Matthäus’ letzter Experten-Auftritt beim Spiel Deutschland-Slowakei für das britische Mediennetzwerk ITV für begeisterte Reaktionen – einfach nur durch seine Aussprache, die in diesem Video zu bestaunen ist:

Tatsächlich scheint es nicht wenige Briten zu geben, die Matthäus für seinen harten deutschen Akzent lieben. Auf Twitter freut sich etwa ein User, welch ein großartiges Vergnügen es sei, Matthäus zuzuhören.

Eine andere Nutzerin lobt Matthäus beflissene Ignoranz gegenüber der englischen Sprache in den Himmel und lobt, dass bei ihm der deutsche „Rhythmus“ immer deutscher „Rhythmus“ bleibt und sich nie in einen englischen „rhythm“ verwandelt.

Der User „Copa90“ geht auf Twitter sogar soweit zu vermuten, hinter Matthäus bestialischem Akzent stecke eine Form des Patriotismus und dass „der Lodda“ damit versuche, die deutsche Mannschaft zu unterstützen.

Auch der britischen Presse ist Matthäus’ origineller Umgang mit der englischen Sprache nicht verborgen geblieben. Die Zeitung „The Telegraph“ lobt sogar seine Sprachfortschritte und erinnert an die Zeit, als Matthäus noch Trainer der New Yorker Metrostars war. Damals hätte er Interviews gegeben, die schlicht „unverständlich“ gewesen seien.

Tatsächlich ist es leicht, Matthäus’ sprachliche Entwicklung auf Youtube nachzuvollziehen. Erinnert sei an dieser Stelle nur an seine „Wutrede“ 2011 gegenüber dem arabischen Sender Al-Jazeera, als die Dinge einmal nicht so liefen, wie er sich das vorgestellt hatte.