EM2016

Rooney übt lieber schon mal Elfmeterschießen mit Ansage

Der Kapitän setzt vor dem Spiel gegen Island auf eine besondere Trainingstechnik, um die englische Elfmeter-Misere zu beenden.

Wayne Rooney beim Training im Stade des Bourgognes in Chantilly

Wayne Rooney beim Training im Stade des Bourgognes in Chantilly

Foto: LEE SMITH / REUTERS

Chantilly.  Der Star lächelt leise und antwortet voller Selbstironie. „Ich bin vielleicht nicht die beste Person, die Ratschläge geben sollte“, sagt Englands Kapitän Wayne Rooney auf die Frage, welche Tipps er für seine jungen Mannschaftskollegen vor dem Achtelfinale gegen Island habe.

„Ich habe in einigen K.o.-Spielen gespielt – und nicht viele sind gut ausgegangen.“ Das ist noch übertrieben. Es ist genau eine „Do or die“-Begegnung, die Rooney bei WM oder EM mit England gewann. 1:0 gegen Ecuador im WM-Achtelfinale 2006.

Er steht damit sinnbildlich für so vieles, was bei den Engländern in den entscheidenden Phasen von großen Turnieren schief lief. Oft hoch gehandelt, aber immer der Verlierer, wenn es drauf ankam. Das letzte gewonnene K.o.-Spiel war 1996 das Viertelfinale gegen Spanien. Am Montag (21 Uhr, ARD) in Nizza soll dieser Fluch gebrochen werden.

England hat sechs von sieben Elfmeterschießen verloren

„Wir müssen rücksichtsloser sein“, sagt Rooney angesichts von nur drei Toren in drei Spielen. Von einer Nation, die eine „mentale Blockade“ entwickelt habe, wenn es darauf ankäme, schreibt die „Times“. Die Blockade gilt es nun für Teammanager Roy Hodgson zu lösen. Ansonsten, so spekulieren fast alle englische Zeitungen, könnte es das letzte Spiel für den Teammanager gewesen sein.

„Ich habe so viel Schwachsinn akzeptiert, der über mich geschrieben wurde“, sagt der 68-Jährige. Seine Zukunft sieht er gelassen. „Ich bettele nicht um meinen Job. Ich glaube daran, was ich tue. Und besonders daran, was ich in den letzten Jahren getan habe“, betont er.

„Für England in großen Turnieren zu spielen, war bisher immer enttäuschend“, sagt Rooney, das gelte es zu ändern, denn: „Ich möchte nicht als der Kapitän in Erinnerung bleiben, der nicht gut genug für seine Mannschaft, für seine Teamkollegen, für sein Land war.“ Er setzt sogar auf eine besondere Trainingstechnik, um die englische Elfmeter-Misere zu beenden.

Bei den Übungseinheiten sage er den Torhütern, wohin er schießen werde. „Wenn er ihn nicht halten kann, gibt es für mich keine Sorgen mehr. Dann ist alles gut.“ England hat sechs seiner sieben Elfmeterschießen bei großen Turnieren verloren. Rooney trat bislang einmal im Nationaltrikot nach 120 Minuten an, trotz seines Treffers gab es im EM-Viertelfinale 2012 gegen Italien das Aus.