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Slowakei: Hinten viel Erfahrung, vorn ein Supertalent

Marek Mintal stellt den deutschen Gegner vor: Die Slowakei hat keine Stars, funktioniert dafür aber um so besser als Mannschaft.

Kapitän Martin Skrtel (l.) zeigt sich auch in dieser Szene als Anführer

Kapitän Martin Skrtel (l.) zeigt sich auch in dieser Szene als Anführer

Foto: Khaled Elfiqi / dpa

Lille.  Der Slowake Marek Mintal (38) ist einer von fünf Spielern, die Torschützenkönig in Bundesliga und der Zweiten Liga wurden. Mintal gelang dies 2003/2004 (18 Treffer, 2. Liga) und 2004/2005 (24 Treffer, 1. Liga) jeweils für den 1. FC Nürnberg. Inzwischenist er im Trainerstab des Clubs beschäftigt. Darüber hinaus hat Mintal 45 Spiele für die Slowakei bestritten (14 Treffer).

Mit dem bisherigen EM-Abschneiden seiner Landsleute ist er sehr zufrieden. Die Mannschaft von Trainer Jan Kozak habe sich stetig gesteigert, sei „kompakter und auch nach vorne gefährlicher“ geworden, sagt Mintal, und das, obwohl Kozak „ohne typischen Stürmer“ agieren lässt: „Wir haben eben vorne keine richtige Granate, deshalb muss der Trainer anders aufstellen muss.“ Mintal stellt die slowakische Mannschaft vor:

Abwehr

Matus Kozacik (32 Jahre/Viktoria Pilsen): „Ein stabiler, guter Torwart, der viel Ruhe ausstrahlt und der Mannschaft Sicherheit gibt. Im ersten Spiel gegen Wales hat er von Gareth Bale ein unglückliches Freistoßtor bekommen, aber gegen England und Russland ­wieder starke Leistungen gezeigt.“

Peter Pekarik (29/Hertha BSC): „Ein fleißiger Verteidiger, der viel über die rechte Seite marschiert und seine Sache sehr ordentlich macht. Ein guter ‘Soldat’ mit Bundesliga- Erfahrung.“

Martin Skrtel (31/FC Liverpool): „Eine von drei, vier Säulen unserer Mannschaft. Er ist enorm zweikampfstark und hat beim FC Liverpool viel ­Erfahrung gesammelt, auch wenn die vergangene Saison wegen Verletzungen und Trainerwechsel für ihn nicht so glücklich gelaufen ist.“

Jan Durica (34/Lokomotive Moskau): „Auch wenn er mit 34 Jahren nicht mehr der Schnellste ist, ist er immer noch sehr zweikampfstark, vor allem in der Luft. Bildet in der Nationalelf mit Skrtel ein perfekt eingespieltes Duo.“

Tomas Hubocan (30/Dynamo Moskau): „Ein vielseitig einsetzbarer Fußballer, der rechts, links, in der Innen­verteidigung oder auch auf der Sechser-Position spielen kann.“

MITTELFELD

Viktor Pecovsky (33/MSK Zilina): „Auch schon etwas älter, bringt aber große Erfahrung ein. Eine Arbeitsbiene, kämpft und läuft ohne Ende. Er spielt seinen Ball. Ein Typ wie früher Jens Jeremies.“

Juraj Kucka (29/AC Mailand): „Ebenfalls ein Kämpfer und Läufer, der immerhin Stammspieler bei Milan ist. Aggressiv in Eins-gegen-Eins-Situationen. Geht manchmal auch sehr hart in die Zweikämpfe, aber das ist sein Spiel.“

Marek Hamsik (28/SSC Neapel): „Als Fußballer ein besonderer Typ und in der Offensive auf jeden Fall unser wichtigster Mann. Er gibt 90 Minuten Gas, ist ständig unterwegs, hat einen fantastischen Abschluss, trifft oft die richtigen Entscheidungen und hat auch keine Angst vor Zweikämpfen. Er hat bei ­dieser EM bislang sehr gute Leistungen gezeigt und beim 2:1-Sieg gegen ­Russland ein Traumtor geschossen.“

Robert Mak (25/PAOK Saloniki): „Er ist in der Nationalmannschaft zum Stammspieler gereift und bringt wie früher auch beim 1. FC Nürnberg oder jetzt in Griechenland seine enorme Schnelligkeit ein. Beim Abschluss ist er manchmal zu hektisch, da fehlt ihm die Lockerheit. Und bei Ballverlust bleibt er oft stehen, das ist sein Manko. Bei der EM hat er solide Leistungen gezeigt.“

Vladimir Weiss (26/Al-Gharafa Sports Club): „Ein sehr guter Techniker, athletisch, schnell und mit einem guten, beidfüßigen Abschluss. Ich wundere mich ein bisschen, dass ihm die Liga in Katar reicht. Er hätte bestimmt die Qualität, sich woanders durchzusetzen.“

ANGRIFF

Ondrej Duda (21/Legia Warschau): „Unser Top-Talent. Ein feiner Fußballer und ruhiger Typ mit einem guten Charakter, dem noch ein bisschen die nötige Härte fehlt. Eigentlich ein typischer Zehner, musste zuletzt gegen Russland und England aber im Sturm spielen. Mit Hamsik, der alle Freiheiten genießt, passt das aber ganz gut. Hat gegen ­Wales kurz nach seiner Einwechslung das 1:1 erzielt.“