Euro2016

Die deutschen Spieler in der Einzelkritik

Manuel Neuer, Jerome Boateng und Toni Kroos überzeugen. Die rechte Abwehrseite wird allerdings zum Problem.

Das fängt ja gut an: Shkodran Mustafi (M.) köpft im EM-Auftaktspiel zum 1:0 ein und bringt die deutsche Mannschaft damit auf  die Siegerstraße

Das fängt ja gut an: Shkodran Mustafi (M.) köpft im EM-Auftaktspiel zum 1:0 ein und bringt die deutsche Mannschaft damit auf die Siegerstraße

Foto: Gonzalo Fuentes / REUTERS

Manuel Neuer: Der Aushilfskapitän hatte weit mehr zu tun als ihm lieb war. Doch wie es sich für einen dreifachen Welttorhüter gehört, hielt Neuer alles, was es zu halten gab. Nur einmal musste Boateng für den geschlagenen Keeper retten – kurz vor Schluss hätte Mustafi seinen Torhüter fast bezwungen.

Benedikt Höwedes: Stand bei der WM 2014 in jedem Spiel von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld. Da hatte er aber nicht einmal defensiv so große Probleme wie bei seiner EM-Premiere gegen den fleißigen Konoplyanka.

Jerome Boateng: Bewies ein weiteres Mal sehr eindrucksvoll, warum er derzeit als einer der besten Innenverteidiger der Welt gilt. Zieht sein Ding mit einer unverschämten Lässigkeit gnadenlos durch, kann aber auch in höchster Not den Ball von der Linie kratzen.

Shkodran Mustafi: Der Platzhalter des verletzten Mats Hummels nahm sich die Freiheit, den angeschlagenen Neu-Münchner auch im gegnerischen Strafraum zu ersetzen. Wer vorne den Ball so herrlich mit dem Kopf ins Tor jagt, der darf sich hinten auch mal den einen oder anderen Wackler erlauben.

Jonas Hector: Versuchte sich in seinem ersten Turnierspiel gleich mal mit einem Seitfallzieher. Sah vorne rechts ordentlich aus, hatte hinten aber erwartungsgemäß mehr als genug mit Andriy Yarmolenko zu tun.

Sami Khedira: Nahm sich an der Seite des starken Kroos zurück, hätte aber trotzdem ein Tor machen dürfen.

Toni Kroos: Der unumstrittene Chef auf dem Platz ist und bleibt der König der Diagonalpässe – auch ohne Binde. Der frischgebackene Champions-League-Sieger bereitete Mustafis Tor vor und dirigierte zumindest in der ersten Halbzeit sein Orchester auch sonst ganz formidabel.

Thomas Müller: Ließ sich zweimal innerhalb weniger Sekunden tunneln und schien sich nicht so richtig von diesem Schock zu erholen. Muss weiter auf seinen ersten EM-Treffer warten.

Mesut Özil: Bisweilen wie ein Picasso, der seinen Pinsel vergessen hat. Doch ab und an blitzt dann eben doch so ein Geniestreich mal auf.

Julian Draxler (bis 78.): Der EM-Debütant hat berechtigte Hoffnung, dass schon im kommenden Spiel EM-Einsatz Nummer zwei hinzukommt. Fleißig, kreativ, verlässlich.

André Schürrle (ab 78.): Sein Auftrag: neuen Schwung bringen. Diesen Auftrag hat er erfüllt.

Mario Götze: Hat durchaus Steigerungspotenzial. Bis zum nächsten Finaltreffer für die Ewigkeit ist ja aber noch ein wenig Zeit.

Bastian Schweinsteiger (ab 90.): Der Kapitän ist wieder an Bord – und traf gleich.