Euro2016

Ein letztes Hurra für das berühmteste Schnitzel Tschechiens

Der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky nimmt bei der EM Abschied von der großen Bühne. Im Mittelfeld hat er einen Partner von Hertha BSC.

Tomas Rosicky trägt immer noch die tschechischen Hoffnungen

Tomas Rosicky trägt immer noch die tschechischen Hoffnungen

Foto: Julian Finney / Getty Images

Bordeaux/Toulouse.  Tomas Rosicky ist es leid. Die Fragen nach seiner Fitness gehen dem kleinen großen Maestro gehörig auf die Nerven. „Wie ich mich fühle? Alles ist in bester Ordnung. Ich bin bereit“, sagt der Tscheche vor dem EM-Auftakt gegen Titelverteidiger Spanien an diesem Montag in Toulouse (15 Uhr, ARD).

Früher in Dortmund nannten sie Rosicky wegen seiner schmächtigen Statur liebevoll Schnitzel. Mittlerweile ist er 35 Jahre alt, die EM in Frankreich soll sein letztes Hurra werden, doch ganz Tschechien bangt: Spielt sein Körper wirklich mit? „Wenn er fit ist, ist er unser bester Mann“, sagt Trainer Pavel Vrba über seinen Kapitän. Ja, wenn.

Rosicky schwebte schon immer zwischen Triumph und Tränen. Verletzungen stoppten ihn regelmäßig. Als Klubkollege von Weltmeister Mesut Özil stand er in der vergangenen Saison beim FC Arsenal nur 19 Minuten auf dem Platz, von einer Knieoperation im August genesen, verletzte sich der „kleine Mozart“ im Januar schwer am Oberschenkel. „Es war das bisher schwierigste Jahr für mich“, sagt Rosicky.

Der Oldie spielt seine vierte EM

Seit 2000 dirigiert der zerbrechliche Rosicky im tschechischen Mittelfeld - da ging der deutsche Shootingstar Leroy Sané noch in den Kindergarten. Jetzt spielt der Oldie seine vierte EM und soll wieder der Boss bei den Tschechen sein. „Er ist voller Energie und will allen zeigen, was er kann“, sagt Vrba.

In seinen guten Momenten zeigt Rosicky noch immer sehr viel. Klar, er ist nicht mehr der Schnellste. Aber er ist der Mann für die besonderen Momente, für den besonderen Pass. Dass er nicht mehr 90 Minuten über den Platz hetzen kann - geschenkt. Dafür haben die Tschechen ja noch Vladimir Darida von Hertha BSC.

Arsenal-Trainer Arsène Wenger scheint es fast zu bereuen, dass Rosicky London nach zehn Jahren verlässt. „Es ist ein Privileg, mit ihm gearbeitet zu haben“, sagt er. Wenger weiß um die Fähigkeiten des Pragers. Und in den letzten EM-Tests deutete Rosicky diese auch wieder an. Nun, auf seine alten Tage, also der Abschied von der ganz große Bühne. „Wir wollen zeigen, dass es falsch ist, uns zu unterschätzen“, sagt Rosicky. Er ist bereit.