Füchse Berlin

Warum Hans Lindberg bei den Füchsen wertvoll wie nie ist

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Inga Böddeling
Füchse-Profi Hans Lindberg war sich gegen Montpellier auch nicht zu schade, den Ball von der Tribüne zu sammeln.

Füchse-Profi Hans Lindberg war sich gegen Montpellier auch nicht zu schade, den Ball von der Tribüne zu sammeln.

Foto: Fotostand / Reuhl / picture alliance / Fotostand

Hans Lindberg hat beim Einzug ins Final Four der European League gezeigt, wie wichtig er für die Füchse mit seinen 39 Jahren ist.

Berlin. Hans Lindberg pumpte, versuchte seinen Puls wieder in einigermaßen verträgliche Regionen zu bringen. Vor eine Woche nach einem Trainingsspielchen Fußball. Und am Dienstagabend nach dem fulminanten Einzug der Füchse Berlin ins Final Four der European League. Der Rechtsaußen des Handball-Bundesligisten kämpft mit den Nachwehen seiner Corona-Infektion. Ein unliebsames Mitbringsel von der Länderspielreise Mitte März.

„Ich war so lange Zeit raus wegen Corona, ich bin total platt“, gab der Däne nach dem 31:23 gegen Montpellier am Dienstag zu. „Ich bin überrascht, dass ich durchspielen konnte.“ Nicht nur das. Der 39-Jährige war mit zwölf Toren aus allen erdenklichen Lagen auch noch der absolute Torgarant der Füchse und damit maßgeblich für den Erfolg verantwortlich.

Füchse mussten lange auf Lindberg verzichten

„Größten Respekt“, bekannte Trainer Jaron Siewert. „Wir haben versucht, ihn langsam aufzubauen. Aber er hat signalisiert, dass der Tag gekommen ist, an dem er wieder alles für die Mannschaft geben will.“ Lindberg hatte nicht das Glück, die Corona-Infektion symptomfrei zu überstehen, Covid-19 hatte den Leistungssportler voll erwischt und für fast drei Wochen ausgeknockt.

Seit gut einer Woche ist er wieder dabei. Und zeigte im Viertelfinal-Rückspiel gegen Montpellier, wie wichtig er für die Berliner ist. Es waren aber nicht nur seine Tore (Coach Siewert: „Unbeschreiblich, was er für Dinger gemacht hat), die den Weg nach Mannheim zum Finalturnier (22./23. Mai) ebneten. Es war auch die Präsenz eines Hans Lindberg auf dem Feld, der die Mannschaft immer wieder aufrichtete, wenn der Kopf drohte zwischen die Schultern zu sacken.

Füchse Berlin finden zu alter Stärke zurück

Der Routinier rannte, ackerte, peitschte sein Team nach vorn und lebte den Kampfgeist vor, den es an diesem Abend brauchte, um den französischen Champions-League-Sieger von 2018 nach dem 29:32 im Hinspiel zu besiegen. „Die Bedeutung, die Sicherheit, die Ausstrahlung, was er der Mannschaft geben kann, das hat jeder gesehen“, lobte Trainer Siewert.

Der Mann des Spiels versammelte im Rampenlicht aber lieber das gesamte Team um sich. „Wir haben zurückgefunden zu dem, was wir als Mannschaft präsentieren wollen“, erklärte Lindberg. Eine stabile Abwehr, eine starke Torhüter-Leistung und ein Angriff, der sich nur zum Ende des Spiels ein paar Fehlwürfe leistete. „Das ist hoffentlich eine Wende für uns. Heute hat alles gepasst, alle waren dabei, alle haben daran geglaubt“, erklärte Lindberg. „Wenn jeder dran glaubt, können wir das schaffen.“

Viertes Final Four in Europa mit den Füchsen Berlin

Die Zweifel waren nach den schwachen Leistungen der vergangenen Woche allerdings berechtigterweise mindestens so groß wie die Durchhalteparolen und die Hoffnung auf ein Weiterkommen. „Manchmal läuft es nicht rund“, befand Lindberg. „Wir hatten viele Probleme, viele Verletzte, Ausfälle wegen Corona. Von daher müssen wir die guten Momente mitnehmen und das hier ist ein guter Moment für die Mannschaft.“

Und ein guter Moment für Lindberg, der in vier Wochen sein viertes Final Four mit den Füchsen im EHF-Cup, seit dieser Saison European League, spielt. Vier Wochen bleiben also, um die Corona-Infektion weiter aus dem Körper zu schütteln. Dass er aber schon jetzt zu solchen Glanztaten wie gegen Montpellier fähig ist, wird sicher auch der Final-Four-Konkurrenz aus Magdeburg, Mannheim und Plock nicht entgangen sein.

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