Füchse Berlin

Bei den Füchsen lebt der Traum vom Titel

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Inga Böddeling
Paul Drux (M.) feiert gegen Montpellier nicht nur sein Comeback. Später bejubeln die Füchse Berlin auch den Einzug ins Final Four.

Paul Drux (M.) feiert gegen Montpellier nicht nur sein Comeback. Später bejubeln die Füchse Berlin auch den Einzug ins Final Four.

Foto: Soeren Stache / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Füchse Berlin gewinnen das Rückspiel gegen Montpellier und ziehen ins Final Four der European League ein.

Berlin. Am Ende musste man kein Mathegenie mehr sein. Acht Tore reichten, das war allen bei den Füchsen Berlin klar. Dementsprechend entfesselt tanzten die Handball-Profis aus der Hauptstadt zum lange nicht gehörten „Oh, wie ist das schön“, rissen die Arme in die Luft und brüllten ihre Freude heraus. Die Freude darüber, dass die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert nach dem 31:23 (16:13)-Sieg am Dienstagabend gegen Montpellier im Final Four der European League steht.

„Das war heute ein Spiel, in dem wir viele Antworten auf die letzten Wochen gegeben haben“, sagte Trainer Jaron Siewert. „Wir sind mehr als happy, dass wir im Final Four stehen.“ Nach dem 29:32 im Hinspiel vor einer Woche in Südfrankreich war klar gewesen, dass es einen Sieg mit drei oder mehr Toren braucht, um das Aus im Viertelfinale noch abzuwenden.

Die Füchse Berlin kennen sich mit Aufholjagden aus

Die Aufgabe war ambitioniert, wenn auch nicht so groß wie im April 2012. Damals hatten die Füchse nach einer 23:34-Pleite im Viertelfinal-Hinspiel gegen Ademar Leon (Spanien) das Wunder geschafft und sich durch einen 29:18-Sieg in der Schmeling-Halle noch für das Final Four qualifiziert. Genau wie 2018, als die Berliner ein 20:28 gegen Nexe (Kroatien) im Rückspiel noch drehten und später den Titel im EHF-Pokal holten.

Montpellier war aber ein ganz anderes Kaliber. Dem Champions-League-Sieger von 2018 hatten die Füchse eine Menge Kampfgeist entgegenzusetzen, inklusive dem Willen, mit dem Final Four eine recht verkorkste Saison noch zu retten. Weil die Berliner endlich die Fehler abstellen konnten, die zuletzt viele Punkte gekostet hatten, war der Vorsprung schon in der ersten Hälfte auf sechs Tore angewachsen (14:8/25. Minute).

Füchse-Profi Hans Lindberg glänzt mit zwölf Toren

Hans Lindberg (mit zwölf Toren bester Werfer) hatte sich für diesen Abend sogar die besonders feinen Würfe aufgehoben. Der Däne drehte die Bälle aus den unmöglichsten Winkeln ins Tor, angeschnitten, mit abgeknicktem Handgelenk oder ganz galant durch die Beine des französischen Keepers. Füchse-Torhüter Dejan Milosavljev (13 Paraden) war zu den psychisch günstigen Momenten da. Immer dann, wenn die Franzosen drohten gefährlich nah heranzurücken – neben einer starken Teamleistung und Lindberg einer der Schlüssel zum Erfolg.

Das Final Four am 22. und 23. Mai in Mannheim wird also fast eine deutsche Angelegenheit. Auch Magdeburg (39:31 gegen Kristianstad) und die Rhein-Neckar Löwen (37:27 gegen Chekov) haben sich qualifiziert. Wisla Plock (Polen) tritt als einziger ausländischer Verein die Reise zum Finalturnier an.

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