Füchse Berlin

Auf die Füchse wartet ein Hauch von Champions League

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Inga Böddeling
Fabian Wiede und die Füchse Berlin stehen im Viertelfinale der European League vor einer schwierigen Aufgabe.

Fabian Wiede und die Füchse Berlin stehen im Viertelfinale der European League vor einer schwierigen Aufgabe.

Foto: nordphoto GmbH / Engler / picture alliance / nordphoto GmbH / Engler

Füchse wollen in Montpellier ersten Schritt Richtung Final Four in Europa machen, werden das Turnier aber wohl nicht ausrichten.

Berlin. Für Montpellier ist es nur ein Abstecher. Ein nicht gerade willkommener Ausflug auf das zweitklassige internationale Handball-Parkett, mit dem man sich aber arrangieren musste. Wie mit dem unvermeidlichen Spaziergang in der Corona-Pandemie. Es gab halt einfach keine Alternative. Eigentlich sind die Franzosen Dauergast in der Champions League. Weil sie beim Saisonabbruch vor einem Jahr aber nur Platz vier in der französischen Liga belegten, landeten sie in der European League.

Und treffen dort an diesem Dienstag im Viertelfinal-Hinspiel auf die Füchse Berlin (20.45 Uhr, DAZN). „Mit Montpellier erwartet uns neben den deutschen Teams, die im Wettbewerb sind, eine der besten Mannschaften“, weiß Berlins Trainer Jaron Siewert. Denn die Tatsache, dass der Tabellenzweite aus Südfrankreich zu Höherem berufen scheint, macht das Team so gefährlich. „Das ist eine Champions-League-Mannschaft“, erklärt Siewert, „mit zahlreichen guten Spielern.“

Die Füchse können noch einen Titel holen

Unfehlbar ist der Champions-League-Sieger von 2018 aber nicht. In der Gruppenphase gab es nicht nur jeweils eine Niederlage gegen den SC Magdeburg (30:32) und das dänische Team aus Skjern (30:31). Hinzu kamen drei 0:10-Wertungen gegen Montpellier, weil die Mannschaft von Trainer Patrice Canayer bedingt durch Corona-Reiseverordnungen nicht zu den Spielen gegen Moskau und in Magdeburg antreten konnte.

Die Füchse blieben hingegen ohne sportliche Niederlage, mussten nur zwei 0:10-Wertungen hinnehmen. Und reisten am Montagmorgen dank des 28:21-Erfolgs am vergangenen Donnerstag gegen Ludwigshafen mit viel Selbstvertrauen über Marseille nach Montpellier. „So selbstbewusst sind wir, dass wir dort hinfahren, um für eine sehr gute Ausgangslage fürs Rückspiel zu kämpfen“, sagt Trainer Siewert. Das findet am darauffolgenden Dienstag in der Schmeling-Halle statt (20.45 Uhr, DAZN).

Was die Füchse gegen Montpellier erwartet, wissen sie nur aus dem Videostudium. Man lief sich zwar immer mal wieder über den Weg, wie beim Final Four des EHF-Pokals 2014 in Berlin, traf aber nie direkt aufeinander. Daher hat Trainer Siewert seine Mannschaft gewarnt: „Wir wollen dem Gegner nicht zu leicht die Bälle geben, denn das ist eine ihrer größten Stärken, den Gegner dann zu bestrafen.“ Seine Mannschaft müsse „mutig agieren, aber auch mit einem klaren Kopf.“

Füchse können Corona-Auflagen für Finale nicht erfüllen

Dass mit Paul Drux (Knie-OP) und Milos Vujovic (Fußverletzung) nur noch zwei Leistungsträger fehlen und Hans Lindberg und Jacob Holm nach ihren Corona-Infektionen wieder einsatzbereit sind, hat die Qualität des Kaders wieder vergrößert. Zum passenden Zeitpunkt. Schließlich steht für die Berliner viel auf dem Spiel. „Das ist ja der Wettbewerb, in dem wir noch die Chance haben, einen Titel zu gewinnen“, weiß der Coach. Und das Weiterkommen im Viertelfinale wäre „der nächste Schritt“ dorthin.

Wo das Final Four der European League am 22. und 23. Mai stattfinden wird, entscheidet sich erst in den kommenden Tagen. Die Füchse hatten sich zwar um die Austragung beworben, „wir stehen aber nicht an Priorität eins“, erklärt Geschäftsführer Bob Hanning. Die EHF hatte Vorgaben gemacht, die es einzuhalten gilt, um das Finalturnier auszutragen. Und in Berlin wird es angesichts der aktuellen Corona-Maßnahmen schwierig, diese Voraussetzungen zu erfüllen. Ein Final Four in Deutschland ist damit aber noch nicht Geschichte. Die Rhein-Neckar Löwen sollen sich ebenfalls beworben haben.

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