Füchse Berlin

Trotz Aufholjagd: Füchse Berlin verlieren gegen Leipzig

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Inga Böddeling
Lasse Andersson kann den letzten Wurf für die Füchse Berlin nicht im Tor der Leipziger unterbringen.

Lasse Andersson kann den letzten Wurf für die Füchse Berlin nicht im Tor der Leipziger unterbringen.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Die Füchse hatten gegen Leipzig schon so gut wie verloren, kämpften sich aber noch zurück. Nur der Lohn bleibt aus.

Berlin. Die Enttäuschung hatte viele Gesichter: traurige, wütende, fassungslose. Die Niederlage der Füchse Berlin gegen den SC DHfK Leipzig war am Sonnabend eigentlich schon Mitte der ersten Halbzeit besiegelt gewesen. Dass sie am Ende aber doch so bitter und mit 27:28 (12:18) denkbar knapp, war einer couragierten Aufholjagd des Berliner Handball-Bundesligisten zu verdanken gewesen. „Was soll ich da groß sagen“, wirkte Trainer Jaron Siewert nach Abpfiff ratlos.

Während sich die Leipziger von der ersten Minute an bis zur Ekstase pushten, war es auf der Füchse-Bank merklich still. Individuelle Fehler und schlampig ausgespielte Angriffe ließen die Gäste aus Sachsen auf sieben Tore davonziehen (8:15/19. Minute). Zur Halbzeit schlichen die Berliner mit hängenden Köpfen in die Kabine. So richtig glaubte keiner mehr daran, an diesem Abend noch irgendwas zu drehen. „Wir haben einfach keine Lösungen gefunden, laufen die ganze Zeit nur hinterher“, monierte Ersatz-Kapitän Fabian Wiede.

Füchse Berlin lassen den Kampfgeist vermissen

Daran änderte sich auch in den ersten dreizehn Minuten der zweiten Hälfte nicht viel. Die Füchse hatten keine Ideen, keine Moral, kein Fünkchen Kampfgeist. Bis zur 43. Minute. Mit einem Siebenmeter eröffnete Wiede eine Aufholjagd, die dieser Mannschaft am Sonnabend wohl niemand mehr zugetraut hätte. Die Moral spielte plötzlich wieder mit.

Neun Tore am Stück egalisierten den Leipziger Vorsprung, ließen die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert gar in Führung gehen, Lasse Andersson zimmerte den Ball zu 27:26 ins Tor (57.). „Da haben wir uns reingesteigert ins Spiel, haben uns gepusht“, sagte Wiede. Die Gäste aus Leipzig wurden nervös, die Berliner ließen sich anstecken – und machten Fehler. Den entscheidenden Angriff 30 Sekunden vor Schluss konnte Lasse Andersson nicht im Tor unterbringen.

Im Gegenzug traf Leipzigs Niclas Pieczkowski mitten ins Füchse-Herz. „Das ist extrem bitter, wir haben einen freien Wurf, den wir vergeben und dann kommt das Foto-Finish“, sagt Trainer Siewert. „Wenn man die 60 Minuten sieht, kann man Leipzig gratulieren. Aber das darf zu Hause nicht passieren, egal in welcher Besetzung.“

Am Dienstag geht es in der European League ums Viertelfinale

Mit Kapitän Paul Drux (Knie-OP), Linksaußen Milos Vujovic (Hämatom in der Ferse), Rechtsaußen Hans Lindberg und Rückraumspieler Jacob Holm (beide Corona) sowie jüngst auch noch Torhüter Dejan Milosavljev (im Training umgeknickt) hatte den Füchsen fast eine ganze Mannschaft gefehlt – aus Leistungsträgern wohlgemerkt. Dass die A-Jugend-Spieler, mit denen Trainer Siewert seinen Kader gerade immer wieder auffüllt, die Ausfälle nicht auffangen können, ist nicht überraschend.

Da sich an der Kader-Situation aber erst mal nicht viel ändern wird, müssen die Füchse den Kopf schnell wieder hochbekommen. Am Dienstag geht es in der heimischen Schmeling-Halle gegen die Österreicher von Fivers Margareten ums Viertelfinale in der European League (20.45 Uhr, DAZN).

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