Füchse Berlin

Füchse können Magdeburgs Serien-Sieger nicht stoppen

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Inga Böddeling
Die Füchse Berlin um Mijajlo Marsenic (r.) hatten große Schwierigkeiten gegen den SC Magdeburg und Marko Bezjak (M.).

Die Füchse Berlin um Mijajlo Marsenic (r.) hatten große Schwierigkeiten gegen den SC Magdeburg und Marko Bezjak (M.).

Foto: Ronny Hartmann / dpa

Die Füchse Berlin verlieren 24:29 beim SC Magdeburg. Verletzung von SCM-Profi Kristjansson überschattet die Partie.

Berlin. Stefan Kretzschmar kämpfte mit den Tränen. „Bei aller Rivalität, sowas wünscht man niemandem“, sagte der Sportvorstand der Füchse Berlin sichtlich bewegt, während in seinem Rücken Gisli Kristjansson mit Infusion und Sauerstoffbeutel Richtung Krankenhaus abtransportiert wurde. Die Schmerzensschreie des Rückraumspielers vom SC Magdeburg hallten da noch nach.

In der 54. Minute war der 21-jährige Isländer am Sonntagnachmittag vor dem Tor der Berliner auf seine linke Schulter gefallen. Auf jene Schulter, die ihm schon zwei langwierige Verletzungspausen beschert hatte. Allen Beteiligten war sofort klar, dass dem Rechtshänder auch jetzt wieder ein langer Weg zurück bevorsteht. „Das tut mir extrem leid“, sagte Füchse-Kapitän Fabian Wiede, der seinen Gegenspieler minutenlang getröstet hatte. „Als Sportler ist man da natürlich echt geschockt.“

Füchse zeigen in der ersten Halbzeit gute Leistung

Das Spiel der beiden Lokalrivalen war nach Kristjanssons schwerer Schulterverletzung ein wenig in den Hintergrund geraten. Aufarbeiten werden es die Füchse trotzdem müssen. Denn das 24:29 (11:12) gegen den Tabellenzweiten aus Magdeburg war eine Niederlage, die es nicht gebraucht hätte. Wenn die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert über 60 Minuten so gespielt hätte, wie sie es in der Anfangsphase getan hatte.

„Wir haben eigentlich gut ins Spiel gefunden, unseren Kreisläufer gut bedient und leichte Tore gemacht“, erklärte Nationalspieler Wiede. Der Lohn waren vier Tore Vorsprung (9:5/18. Minute). Dann aber verloren die Füchse – wie schon so oft in dieser Saison – völlig den Faden. „Wir haben in der Vorwärtsbewegung zu leichte Ballverluste“, wusste Trainer Siewert. „Die bestraft der SCM knallhart und kommt darüber ins Spiel.“

Füchse können Serie der Magdeburger nicht brechen

Das Topspiel der Handball-Bundesliga war eben auch deshalb als Topspiel deklariert, weil Magdeburg seit zwölf Liga-Spielen ungeschlagen ist, wettbewerbsübergreifend sogar seit 18 Partien. Dass sie diese durchaus beeindruckende Serie unbedingt um ein weiteres Spiel erweitern wollten, zeigten sie dann in der zweiten Halbzeit. Mit tatkräftiger Unterstützung der Füchse, die sich zu viele Fehler leisteten.

„Wir haben es in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, uns in den Flow zu spielen wie am Anfang“, erklärte Wiede, dessen Team auf Rang sechs abgerutscht ist. Würfe aus dem Rückraum fehlten fast komplett. Und weil Magdeburg das anfangs erfolgreiche Angriffsspiel über den Kreis durchschaut hatte, kamen auch dort die Pässe nicht mehr an. Überraschungsmomente vor dem Magdeburger Tor waren also Mangelware.

Am Dienstag geht es für die Füchse in der European League weiter

Hinzu kam, dass die Berliner auch in der Abwehr nicht mehr an das konzentrierte Spiel aus Halbzeit eins anknüpfen konnten. Torhüter Dejan Milosavljev und der später eingewechselte Fredrik Genz waren kein Faktor. „Wir haben nur fünf Paraden, in der zweiten Halbzeit nur eine“, monierte Sportvorstand Kretzschmar. „Damit kannst du in Magdeburg nicht gewinnen.“

Stattdessen setzte es die fünfte Niederlage aus den vergangenen zehn Spielen. Geschuldet auch den Ausfällen, die die Füchse mit Paul Drux (Knie-OP), Jacob Holm und Hans Lindberg (beide Corona-Infektion) verkraften müssen. Dass immerhin Lasse Andersson nach seiner vorsorglichen Quarantäne wieder mitmischen durfte, konnte die Pleite auch nicht verhindern.

Viel Zeit bleibt in dieser eng gestrickten Saisonplanung nicht, um mit der Partie zu hadern. Am Dienstag geht es für die Füchse im Achtelfinale der European League in Wien (20.45 Uhr, DAZN) weiter. Gegner ist der Handballclub Fivers Margareten, das Ziel heißt Sieg. Um im Rückspiel in Berlin eine Woche später das Viertelfinale klarzumachen.

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