Handball

Olympia-Qualifikation: Hanning denkt nicht ans Scheitern

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DHB-Vize Bob Hanning träumt von Gold bei den Spielen in Tokio.

DHB-Vize Bob Hanning träumt von Gold bei den Spielen in Tokio.

Foto: Sascha Klahn / dpa

Trotz der Verletzung von Füchse-Star Drux sieht der Berliner das Nationalteam gut aufgestellt für die Olympia-Qualifikation.

Berlin. Alfred Gislason lamentierte nicht. Zetern und Zaudern ist nicht sein Ding. Der Ausfall von Paul Drux, seinem Superjoker für die Olympia-Qualifikation in Berlin, sei zwar „richtig schade“, sagte der Bundestrainer der deutschen Handballer. Doch er verwies sofort auf seinen breiten Kader von 19 Spielern. „Das ist ein bisschen Glück im Unglück“, so Gislason.

Das kurzfristige Fehlen des Berliners Drux, der sich im Spiel der Füchse gegen Essen am Sonntag verletzte, trifft das deutsche Team an einer neuralgischen Stelle. Bei aller durch die Rückkehrer hinzugewonnenen Qualität in der Defensive: Durch den Außenmeniskusschaden des enorm zweikampfstarken und variabel einsetzbaren Rückraumspielers könnte der Angriff bei der ohnehin schon kniffeligen Olympia-Mission zur Problemzone werden. Schon bei der historisch schlechten WM im Januar (Platz zwölf) hakte es in den entscheidenden Momenten im deutschen Offensivspiel.

Schweden und Slowenien sind die härtesten Konkurrenten

Vor den Partien in der Schmeling-Halle gegen Vizeweltmeister Schweden (Freitag, 15.15 Uhr, ARD), den EM-Vierten Slowenien (Sonnabend, 15.35 Uhr, ZDF) und Algerien (Sonntag, 15.45 Uhr, ZDF) bleibt Bob Hanning, Füchse-Chef und Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, jedoch gelassen. „Ich schaue nicht aufgeregt auf die Aufgabe, denn wir können trotz der Verletzung von Paul Drux eine sehr gute Mannschaft auf die Beine stellen, die den sportlichen Erwartungen gerecht werden kann“, sagte er und versicherte: „Jeder wird alles dafür tun.“ Rückraumspieler Fabian Wiede von den Füchsen bekräftigte: „Dafür sind wir hier.“

Es geht um mehr als den Moment. Denn gerade in der Corona-Krise ist es für die Sportart wichtig, vor einem Millionenpublikum positive Schlagzeilen zu produzieren. „Dass das für uns ein elementar wichtiges Turnier ist und wir die Präsenz bei Olympia wollen, haben wir oft genug betont“, so Hanning. Schon 2013 hatte er bei seinem Amtsantritt als DHB-Vizepräsident Olympia-Gold in Tokio als Ziel ausgerufen – und daran auch nach dem schlechtesten WM-Ergebnis in der Verbandsgeschichte im Januar öffentlich festgehalten.

Von seinem Ziel in Tokio will Füchse-Chef Hanning nicht abweichen

Dafür hatte es von vielen Seiten, auch aus der Mannschaft, Unverständnis gegeben. „Kritik gibt es schon seit acht Jahren an fast jeder Aussage. Daran habe ich mich gewöhnt – und werde das auch noch bis November durchhalten“, so Hanning. „Ich wüsste nicht, warum man von dem Ziel abweichen sollte.“ Klar sei aber auch: „Es gilt jetzt erst einmal, sich zu qualifizieren und den Fokus in den kommenden Tagen einzig darauf zu richten.“

Für Hanning, der in diesem Herbst seinen Verbandsposten aufgibt, wäre Olympia das letzte Großereignis als DHB-Funktionär. Ein Scheitern würde seine Bilanz trüben und ihn daher sicher auch persönlich treffen. Damit beschäftigen will er sich im Vorfeld des Qualifikationsturniers jedoch nicht. „Natürlich will ich wie jeder Spieler und Trainer an den Olympischen Spielen teilnehmen. Daher habe ich momentan nur den Wunsch, dass wir uns qualifizieren“, sagte Hanning. „Ich möchte mir keine Gedanken darüber machen, dass wir scheitern, sondern bin guten Mutes, dass wir es schaffen.“

( dpa )