Füchse Berlin

Füchse sind gegen die Löwen chancenlos

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Inga Böddeling
Chancenlos: Jacob Holm (M.) und die Füchse Berlin machen gegen die Rhein-Neckar Löwen zu viele Fehler.

Chancenlos: Jacob Holm (M.) und die Füchse Berlin machen gegen die Rhein-Neckar Löwen zu viele Fehler.

Foto: Andreas Gora / dpa

Die Füchse kassieren eine herbe 23:29-Pleite gegen die Rhein-Neckar Löwen. Sportvorstand Kretzschmar kündigt Konsequenzen an.

Berlin. Es war eine Woche zum Vergessen. Niederlage gegen Erlangen, unglückliches Remis gegen Nimes, Pleite gegen Flensburg. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, folgte am Sonntag die bittere Krönung für die Füchse Berlin. Das 23:29 (11:18) gegen die Rhein-Neckar Löwen war nicht nur die dritte Niederlage in der Handball-Bundesliga in Folge, es führte auch zu der Erkenntnis, dass die Berliner gerade nicht mithalten können mit den Spitzenteams der Liga.

„Wir waren zu keiner Zeit, zu keiner einzigen Minute in der Lage, dieses Spiel zu gewinnen“, erklärte ein enorm enttäuschter Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Ich habe uns eigentlich schon auf Augenhöhe gesehen. Aber die haben uns eiskalt erwischt.“

Füchse werfen nach sieben Minuten das erste Tor

Jegliche Hoffnung auf einen Aufwärtstrend war schon nach sechs Minuten passé. Mit vier Fehlwürfen und einem Passfehler legten die Füchse einen formvollendeten Fehlstart hin, ließen die Gäste aus Mannheim bequem zum 0:5 davon spazieren. Der erste Wurf der Hausherren landete erst nach sieben Minuten im gegnerischen Kasten. Zwei Minuten später war der Rückstand trotzdem schon auf sechs Tore angewachsen. „Das ist natürlich die ultimative Katastrophe, wenn man sich einen Matchplan zurechtlegt“, befand Kretzschmar.

Trainer Jaron Siewert versuchte, seine Mannschaft per Auszeit aufzurütteln. Ein aussichtsloses Projekt. Zwar kamen die Füchse wieder näher ran, verkürzten in Halbzeit eins auf drei Tore, machten in den entscheidenden Phasen dann aber doch wieder zu viele Fehler. Milos Vujovic und Marko Kopljar hatten die Chance, die Berliner zurück in das schon längst verloren geglaubte Spiel zu bringen. Doch beim Stand von 10:12 und beim 11:13 versagten die Nerven. Die Konsequenz: sieben Tore Rückstand zur Halbzeit. Der Pausenpfiff glich einer Erlösung.

Am kommenden Sonntag geht es für die Füchse nach Kiel

Dass die Füchse in der zweiten Hälfte noch irgendetwas drehen würden, dazu fehlte wohl jedem in der Max-Schmeling-Halle – inklusive der 120 Fans, die per digitalem Fanblock zugeschaltet waren – der Glaube. Die Mannschaft von Trainer Siewert fand keine Mittel gegen die offensive Abwehr der Löwen, leistete sich insgesamt 16 Fehlwürfe und neun technische Fehler.

„Das ist sehr ärgerlich, die Fehler müssen wir abstellen“, forderte der Coach. „Vieles hängt momentan mit dem Kopf und mit dem Selbstvertrauen zusammen.“ Sportvorstand Kretzschmar hatte erkannt: „Das hat heute keine Qualität gehabt.“ Alles, was in Halbzeit zwei folgte, war reine Schadensbegrenzung.

In der Tabelle verlieren die Füchse nach dieser Woche langsam aber sicher den Anschluss, stehen zwar noch auf Rang drei, haben aber den THW Kiel im Nacken, der noch fünf Spiele nachzuholen hat. Und am kommenden Sonntag der nächste Gegner der Berliner ist. „Es wird wichtig sein, wie wir uns entwickeln“, sagte Kretzschmar. „Da ist das Spiel auswärts in Kiel nicht das dankbarste.“

Spiel in Presov fällt aus, am Mittwoch in Nimes

Deshalb werde die jüngste Negativspirale „verbale Konsequenzen“ haben, wie der Sportvorstand erklärte. „Wir werden mit der Mannschaft auf eine andere Art sprechen als zuletzt.“ Die Saisonziele wollen sie trotzdem noch nicht über den Haufen werfen. Allerdings reifte die Erkenntnis: „Die Löwen und Flensburg sind der Liga voraus. Einige Mannschaften werden sich um den dritten Platz duellieren“, so Kretzschmar. „Aber zu den Mannschaften fehlt uns eine Menge.“

Immerhin bleibt den Füchsen ein Tag länger Zeit, um die desolate Woche zu verarbeiten. Das für Dienstag geplante European-League-Spiel in Presov musste abgesagt werden, die Füchse dürfen coronabedingt nicht in die Slowakei einreisen. Stattdessen wird am Mittwoch (18.45 Uhr) das Auswärtsspiel in Nimes (Frankreich) nachgeholt.

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