Handball-WM

Drei Füchse leben den Traum vom WM-Finale

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Inga Böddeling
Jacob Holm, Lasse Andersson und Valter Chrintz (v.r.) stehen bei der Handball-WM im Halbfinale. 

Jacob Holm, Lasse Andersson und Valter Chrintz (v.r.) stehen bei der Handball-WM im Halbfinale. 

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Drei Profis der Füchse Berlin stehen bei der Handball-WM im Halbfinale: Die Dänen Andersson und Holm sowie der Schwede Chrintz.

Berlin/Kairo. Ein Achterbahn-Emoji. Mehr brauchte es bei Instagram nicht, um zu erklären, was Jacob Holm und die dänische Handball-Nationalmannschaft im Viertelfinale der WM erlebt hatten. Das Spiel der Skandinavier gegen Gastgeber Ägypten hatte alles, was einen echten Krimi ausmacht: zwei Verlängerungen, zwei Rote Karten und ein nervenaufreibendes Siebenmeterwerfen. „Das wildeste Handballspiel seit Menschen gedenken“, schrieb die dänische Boulevardzeitung „B.T.“.

Der Lohn für den amtierenden Weltmeister, bei dem mit Holm und Lasse Andersson gleich zwei Profis der Füchse Berlin im Kader stehen, war ein 39:38-Sieg und der Einzug ins Halbfinale. Dort wartet am Freitag (20.30 Uhr/Eurosport) Europameister Spanien. Der Titelverteidiger ist also nur noch zwei Schritte davon entfernt, den Triumph von vor zwei Jahren zu wiederholen.

Jeder dritte Däne schaute das WM-Viertelfinale

Die Chancen, dass den Dänen genau das gelingen wird, stehen gar nicht schlecht – der haushohe WM-Favorit Norwegen hat sich schließlich schon im Viertelfinale verabschieden müssen. Wie groß die Euphorie angesichts dessen in der dänischen Heimat ist, zeigten die TV-Quoten. Mehr als jeder Dritte hatte eingeschaltet, als sich Holm, Andersson und Co. am Mittwochabend ins Halbfinale kämpften.

Etwas weiter nördlich ist die Euphorie nicht weniger groß. Auch Schweden mit Füchse-Rechtsaußen Valter Chrintz hat sich nach großem Kampf gegen Katar (35:23) für das Halbfinale qualifiziert, trifft dort am Freitag auf Frankreich (17.30 Uhr). Die Schweden, im März auch Gegner der deutschen Mannschaft in der Olympia-Qualifikation in Berlin, standen zuletzt vor zehn Jahren in einem WM-Halbfinale.

Füchse-Trio zum Rückrundenauftakt keine Option

Die Skandinavier sind gegen den französischen Rekordweltmeister zwar nur Außenseiter, haben in diesem Turnier aber schon mehrfach gezeigt, dass sie für Überraschungen gut sind. Es ist also gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass sich im Finale gleich drei Profis der Füchse tummeln. Und mindestens einer würde dann als Weltmeister nach Berlin zurückkehren.

Einziger Wehrmutstropfen: Da alle drei Spieler am Sonntag – entweder im Finale oder im Spiel um Platz drei – noch in Ägypten auf dem Feld stehen, sind sie für das European-League-Spiel der Füchse am kommenden Dienstag in Lissabon keine Option. „Sie werden uns nicht zur Verfügung stehen, weil es logistisch nicht möglich ist“, sagte Trainer Jaron Siewert. Das Trio wird erst am Montag zurück nach Berlin reisen, muss sich dann aber diversen Corona-Tests unterziehen und wird wohl erst am Freitag wieder ins Training einsteigen.