Handball-WM

Handball-WM: Mit zwei Füchsen nach Ägypten

Mit Marian Michalczik und Paul Drux fahren zwei deutsche Profis der Füchse Berlin zur Handball-WM. Ein Vorteil für den Klub.

Marian Michalczik (l.) und Paul Drux von den Füchsen Berlin fahren zur Handball-WM.

Marian Michalczik (l.) und Paul Drux von den Füchsen Berlin fahren zur Handball-WM.

Foto: Marco Wolf / picture alliance / Marco Wolf

Berlin. Paul Drux ist mittlerweile ein alter Hase. Diese Handball-WM im Januar, sie wird bereits sein sechstes Turnier als Profi. Als Bundestrainer Alfred Gislason am Montag seinen 20-köpfigen Kader für das Turnier in Ägypten (13. bis 31. Januar) bekannt gab, musste aber auch der Rückraumspieler der Füchse Berlin einsehen: Das wird „das außergewöhnlichste Turnier, bei dem ich dabei sein werde.“

Zusammen mit Teamkollege Marian Michalczik wird der 25-Jährige zur Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gehören. „Ich glaube, für Marian und Paul kommt die WM gerade recht“, befand Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, „und ich bin mir sicher, dass auch der Verein großer Profiteur der WM werden kann.“

Gleich fünf Profis der Füchse Berlin fahren zur WM

Drux steckte in den vergangenen Wochen in einem kleinen Leistungstief, Michalczik musste nach seiner Corona-Infektion erst einmal wieder Anschluss an die Mannschaft finden. Dass beide im Januar nun Spielpraxis auf höchstem Niveau bekommen, dürfte den Füchsen helfen, wenn es im Februar in der Bundesliga und in der European League weitergeht.

Schließlich sind Drux und Michalczik nicht die einzigen beiden Füchse-Profis, die nach Ägypten reisen. Mit Rechtsaußen Valter Chrintz (Schweden) und den beiden Dänen Lasse Andersson und Jacob Holm sind drei weitere Berliner mit von der Partie. „Ich freue mich über unsere zahlreichen WM-Teilnehmer“, resümierte Hanning, auch DHB-Vizepräsident, zufrieden.

Es ist in diesem Jahr eben nicht selbstverständlich, dass sich die Spieler dazu bereit erklären, während einer Pandemie zu einem Turnier zu fahren, bei dem sie diversen Infektionsrisiken ausgesetzt sind. Deshalb hatte Bundestrainer Gislason auch schon einige Absagen kassiert. Und musste sich dann den Rest fürs Schützenfest zusammensuchen. „Ich glaube, auch wenn wir einige Absagen in unserer Mannschaft haben, dass wir mit einer schlagfertigen Truppe in Ägypten antreten werden“, meinte Drux.

Sieben Absagen hatte Bundestrainer Gislason hinnehmen müssen

Mit Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Finn Lemke hatte coronabedingt schon der gesamte Innenblock verzichtet. Mit Füchse-Profi Fabian Wiede (Schulter) und Steffen Weinhold (ebenfalls coronabedingt) sagten auch zwei Leistungsträger im Rückraum für das Turnier ab. Franz Semper und Tim Suton müssen nach Kreuzbandrissen verletzt passen.

Eine Menge Qualität, die der Bundestrainer da auffangen musste. Dass er nicht um die eine oder andere Überraschung im Kader herumkommen würde, war klar. Also wurden mit Sebastian Firnhaber und Antonio Metzner (beide HC Erlangen) gleich zwei DHB-Debütanten berufen. Und mit Juri Knorr (Minden) und Marcel Schiller (Göppingen) noch zwei, die schon ein paar Länderspiele zu verbuchen haben, aber noch bei keinem Turnier dabei waren.

Sechs Europameister fahren zur Handball-WM

Es seien „einige Spieler dazu gekommen, die international wenig Erfahrung haben“, sagt Gislason. „Der Kader hat aber auch gute Qualität für die WM.“ Schließlich setzt der Isländer auch auf den Faktor Erfahrung. Sechs Europameister von 2016 (Torwart Andreas Wolff, Tobias Reichmann, Kai Häfner, Julius Kühn, Christian Dissinger und Jannik Kohlbacher) sollen der Mannschaft die nötige Sicherheit geben.

„Ich bin sehr gespannt, was diese Mannschaft bringen kann“, erklärte der Bundestrainer. Idealerweise sollte sie bis ins Halbfinale kommen. Das ist seit Jahren das vorgegebene Ziel im DHB. „In dieser Konstellation glaube ich aber nicht, dass es realistisch ist“, musste sich Gislason eingestehen. Es wird als erst einmal keine Zielvorgabe geben. Ein Hinweis darauf, wie außergewöhnlich diese WM in Ägypten wird.

Der WM-Kader des DHB-Teams im Überblick:

Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/Polen), Johannes Bitter (TVB Stuttgart), Silvio Heinevetter (MT Melsungen)

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen)

Rückraum links: Julius Kühn (MT Melsungen), Christian Dissinger (RK Vardar Skopje/Nordmazedonien), Paul Drux (Füchse Berlin), Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf)

Rückraum Mitte: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Juri Knorr (GWD Minden), Marian Michalczik (Füchse Berlin)

Rückraum rechts: Kai Häfner (MT Melsungen), David Schmidt (Bergischer HC), Antonio Metzner (HC Erlangen)

Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (MT Melsungen)

Kreis: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Sebastian Firnhaber (HC Erlangen)