Füchse Berlin

Füchse Berlin: Harte Entscheidungen in harten Zeiten

Die Füchse Berlin verlängern den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Rückraumspieler Simon Ernst nicht.

Simon Ernst kam 2018 zu den Füchsen Berlin, spielte seitdem aber kaum.

Simon Ernst kam 2018 zu den Füchsen Berlin, spielte seitdem aber kaum.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Die Krise ist noch nicht überstanden. Das merkt man dieser Tage nicht nur am verschärften Lockdown. Das merken sie bei den Füchsen Berlin auch bei der Personalplanung. Dass die Corona-Pandemie tiefe Löcher in die Kassen des Handball-Bundesligisten gerissen hat, ist nichts Neues. Dass die wirtschaftliche Schieflage jetzt ein recht prominentes Opfer gefunden hat, kommt aber doch ein wenig überraschend.

Wie die Füchse am Montag mitteilten, wird der im Sommer auslaufende Vertrag mit Simon Ernst nicht verlängert. „Leider ist es uns aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht möglich, ihn bei uns halten zu können“, erklärte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning. Harte Entscheidungen sind in harten Zeiten eben auch nicht unumgänglich.

Füchse Berlin planen keine Neuverpflichtungen

Dabei war die Verpflichtung des Rückraumspielers vor zwei Jahren von großen Hoffnungen begleitet worden. Zusammen mit Fabian Wiede und Paul Drux sollte der 26-Jährige eine hochkarätige Achse im Rückraum bilden. Die Realität sah anders aus. Noch bei seinem Ex-Klub Gummersbach hatte sich Ernst zweimal das Kreuzband gerissen. Bei den Füchsen nahm er den langwierigen Weg zurück in Angriff. Kurz nach seinem Comeback riss das Kreuzband im Oktober 2019 dann noch einmal.

Der einstige Nationalspieler gab nicht auf, kämpfte sich erneut zurück und stand Anfang dieser Saison wieder auf dem Feld. „Ich bewundere seine Einstellung und seinen Willen“, erklärte Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Er ist eine herausragende Persönlichkeit und ein absoluter Musterprofi.“ Ein Musterprofi, der im großen Füchse-Kader ab Sommer keinen Platz mehr hat. Dass man sich bereits jetzt mit der Planung der neuen Saison beschäftigt, obwohl nicht einmal die Hälfte der aktuellen Spielzeit vorbei ist, soll allen Beteiligten Planungssicherheit geben.

„Letzte Saison hat uns die Krise überrascht“, sagte Manager Hanning. „Das tut sie diesmal nicht. Wir müssen mit einem gesunden Blick auf die Situation reagieren, um einfach sauber aus der Krise herauszukommen.“ Generell wollen die Füchse das Gerüst der Mannschaft erhalten. Neuverpflichtungen sind nicht geplant. Auf der einen oder anderen Position muss der Kader aber trotzdem noch ausgedünnt werden – wie eben im Rückraum.

Füchse Berlin müssen sich von weiteren Spielern trennen

Ernst ist der zweite Profi, mit dessen Weggang das Überangebot dort reduziert wird. Ende vergangener Woche hatte schon Frederik Simak (22), ebenfalls im linken Rückraum zu Hause, die Füchse Richtung Lemgo verlassen. Allerdings aus rein sportlichen, nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Aber: „Dass Freddy und Simon nicht die letzten Spieler sind, die gehen müssen, ist richtig“, kündigte Hanning an.

Immerhin sind die sportlichen Nachrichten im Füchse-Kosmos positiver Natur. Nach vier Siegen in Folge peilen die Berliner an diesem Dienstag gegen Stuttgart (18 Uhr, Max-Schmeling-Halle) den nächsten Erfolg an. „Es wird eine große Aufgabe für uns, zu Hause ans Optimum zu gehen und gegen Stuttgart zu gewinnen“, weiß Trainer Jaron Siewert. Der 34:23-Coup am vergangenen Sonnabend gegen Ludwigshafen „ist dann schon nichts mehr wert.“

Wertvoll wäre allerdings ein Sieg. Mit zwei Punkten würden die Füchse ihren vierten Platz gegen den direkten Verfolger Stuttgart behaupten, den Anschluss an die Spitzengruppe mit den Rhein-Neckar Löwen, Kiel und Flensburg halten. Eine sportliche Krise kann schließlich gerade niemand gebrauchen.

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