Füchse Berlin

Füchse-Star Wiede verzichtet auf WM-Start

Füchse-Berlin-Star Fabian Wiede sagt seinen Start bei der WM ab. Bundestrainer Gislason gehen die Spieler aus.

Der Berliner Fabian Wiede ist einer der Leistungsträger in der deutschen Nationalmannschaft.

Der Berliner Fabian Wiede ist einer der Leistungsträger in der deutschen Nationalmannschaft.

Foto: Peter Steffen / dpa

Berlin. Er hat es sich nicht leicht gemacht. Immer wieder horchte Fabian Wiede in den vergangenen Tagen und Wochen in seinen Hochleistungskörper hinein, besprach sich mit der medizinischen Abteilung. Und musste schließlich eine harte Entscheidung fällen: Die Handball-WM in Januar in Ägypten (13. bis 31. Januar) findet ohne ihn statt, am Donnerstag informierte Rückraumspieler der Füchse Berlin Bundestrainer Alfred Gislason über seinen Startverzicht bei den Titelkämpfen.

„Ich bin immer stolz, für Deutschland aufzulaufen, und hätte die WM sehr gern mitgespielt, weil ich an die Möglichkeiten unserer Nationalmannschaft glaube“, sagte Wiede. Der Linkshänder steht nach einer Schulteroperation erst seit Kurzem wieder auf dem Spielfeld. „Es tut mir sehr leid, dass ich Alfred absagen muss, aber meine Schulter lässt die Dauerbelastung noch nicht wieder zu“, so der werdende Vater. In 2021 stehen neben der WM auch noch die Olympia-Qualifikation im März sowie im Sommer die Olympischen Spielen im Tokio an.

Füchse-Boss Hanning kann Wiedes Entscheidung verstehen

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning kann die Entscheidung seines Rückraumstars verstehen. „Fabi ist seit über zehn Jahren für alle deutschen Nationalmannschaften aktiv. Die Entscheidung, jetzt auf seinen Körper zu hören, ist für seine Karriere unausweichlich“, erklärte der Manager.

Mit dem WM-Verzicht von Wiede wachsen bei Bundestrainer Gislason die Personalsorgen. Der Berliner ist nach Patrick Wiencek (Verzicht wegen Corona) sowie Franz Semper und Tim Suton (beide Kreuzbandriss) bereits der vierte Nationalspieler, der beim Saison-Höhepunkt nicht zur Verfügung steht. Von daher dürfte es mit den deutschen Möglichkeiten schwieriger werden. Vor allem im rechten Rückraum wird die Personaldecke allmählich dünn. Kiels Routinier Steffen Weinhold steht ebenfalls auf der Kippe, seine persönliche WM-Entscheidung hat er aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht gefällt.

Es sind nicht bloß die Sorgen der Spieler vor dem Virus, die Bundestrainer Gislason dieser Tage zu schaffen machen. Auch die völlig überladene Saison fordert schon jetzt, wenige Wochen nach dem Saisonstart, ihren Tribut. Wiede war auf der Spielmacherposition fest mit eingeplant. Der ursprünglich 35 Spieler umfassende erweiterte WM-Kader ist schon jetzt auf 31 geschrumpft. Die personellen Alternativen werden weniger, aus denen Gislason voraussichtlich am 21. Dezember seine 20 WM-Fahrer nominieren wird. BM