Füchse Berlin

Corona-Fall bei den Füchsen: Der Druck wird größer

Weil sich Füchse-Spieler Marian Michalczik mit dem Coronavirus infiziert hat, muss das Topspiel gegen Kiel verlegt werden.

Marian Michalczik (l.) von den Füchsen Berlin hat sich auf der Länderspielreise mit dem Coronavirus infiziert.

Marian Michalczik (l.) von den Füchsen Berlin hat sich auf der Länderspielreise mit dem Coronavirus infiziert.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Es war eine Reise mit Folgen. Als sich Marian Michalczik vergangene Woche auf den Weg zur Nationalmannschaft gemacht hat, war eine gehörige Portion Vorfreude dabei. Mehr als ein halbes Jahr hatte sich die Auswahl des deutschen Handball-Bundes (DHB) nicht getroffen. Doch nach zwei EM-Qualifikationsspielen kehrte der Profi der Füchse Anfang dieser Woche nicht nur mit zwei Siegen im Gepäck nach Berlin zurück.

Michalczik wurde positiv auf Corona getestet, wie sein Verein am Mittwoch mitteilte. Und ist damit nach Torhüter Johannes Bitter (Stuttgart) der zweite Nationalspieler, der sich auf der Länderspielreise zwischen Düsseldorf und Estland infiziert hat. Michalcziks Füchse-Teamkollege Paul Drux, der ebenfalls mit dem DHB-Team nach Tallinn gereist war, musste sich als Kontaktperson ersten Grades in Isolation begeben.

Länderspielreise des DHB war stark kritisiert worden

Das Bundesliga-Spiel der Berliner an diesem Donnerstag beim THW Kiel wurde daraufhin abgesagt. Ebenso wie die Partie von Flensburg gegen Melsungen, die schon am Mittwoch hatte stattfinden sollen, und das für Donnerstag angesetzte Duell zwischen Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen.

„Dass es uns jetzt als Liga getroffen hat, ist bitter“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Die Länderspielreise war angesichts der verschärften Pandemie-Lage harsch kritisiert worden, nach den zwei Corona-Fällen gab es trotzdem keine Vorwürfe von Seiten der Bundesliga. „Für mich besteht auch gar kein Anlass, dass jetzt irgendjemand vorprescht. Wir kriegen das alles nur gemeinsam gelöst“, forderte Hanning, der auch DHB-Vizepräsident ist. „Mit Schuldzuweisungen von links nach rechts läuft es nicht.“

Topspiel der Füchse gegen Flensburg am Sonntag soll stattfinden

Stattdessen muss die Liga nun erfinderisch werden. Als wär der Zeitplan nicht eh schon eng genug, müssen nun auch noch einige Nachholspiele terminiert werden. Ob noch weitere Partien dieses Spieltags abgesagt werden, bleibt abzuwarten. Hanning ist trotzdem überzeugt: „Wir können das Programm nach aktuellem Stand noch durchziehen.“ Weder die Weltmeisterschaft in Ägypten (13. bis 31. Januar) noch die Europapokalwettbewerbe oder die Bundesligaspieltage scheinen in Gefahr zu sein.

Und auch für die Füchse geht es erst einmal nach Plan weiter. Zwar müssen die Berliner vorerst auf ihre beiden Leistungsträger verzichten. Weil aber weder Michalczik, der keinerlei Symptome zeigt, noch Drux nach ihrer Rückkehr Kontakt zum Rest des Füchse-Tross hatten, läuft der Trainingsbetrieb normal weiter.

Trainer Jaron Siewert bereitet seine Mannschaft nun auf das Heimspiel am Sonntag gegen Flensburg (13.30 Uhr, Sky) vor. Das Topspiel gegen den Tabellendritten soll nach derzeitigem Stand wie geplant stattfinden. Eine erneute Absage würde die Handball-Bundesliga schließlich in noch größere Terminnot stürzen.

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