Füchse Berlin

Bei den Füchsen ist alles eine Frage der Außendarstellung

Wenn die Füchse Berlin an diesem Sonntag auf Wetzlar treffen, brauchen sie die Tore ihrer Außenspieler.

Die Füchse Berlin brauchen Hans Lindberg, der Däne konnte in der Liga bislang nur 15 Mal treffen.

Die Füchse Berlin brauchen Hans Lindberg, der Däne konnte in der Liga bislang nur 15 Mal treffen.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Stefan Kretzschmar schaute am Sonnabend genau hin. Als die Füchse Berlin ihr Abschlusstraining in der Max-Schmeling-Halle absolvierten, saß der Sportvorstand auf der Tribüne. Ob ihm gefiel, was er zu sehen bekam? Ungewiss. Wichtiger wird dem 47-Jährigen aber sowieso sein, dass die Vorstellung am Sonntag stimmt. Wenn der Handball-Bundesligist aus der Hauptstadt die HSG Wetzlar empfängt (16 Uhr, Sky).

Ein „echtes Kampfspiel“ werde das, ahnt Kretzschmar. Und: „Wir müssen nach dem Spiel gegen Minden eine Reaktion auf die Platte bringen.“ Die 26:31-Niederlage in Ostwestfalen am vergangenen Wochenende hatte den Aufwärtstrend der Berliner gestoppt, der Mannschaft von Trainer Jaron Siewert (26) einen ordentlichen Dämpfer verpasst.

Lindberg war vergangene Saison der Torgarant der Füchse Berlin

Ob es für die mittlerweile auf Tabellenplatz 13 abgestürzten Füchse gegen Wetzlar besser läuft, wird dabei auch eine Frage der Außendarstellung sein. Die Tore von Links- und Rechtsaußen haben den Berlinern bislang schmerzlich gefehlt. Vor allem weil gerade Hans Lindberg auf der rechten Seite in der vergangenen Saison ein absoluter Torgarant war.

203 Treffer waren dem 39-Jährigen bis zum Abbruch der Saison gelungen, nur Bjarki Elisson – ehemaliger Linksaußen der Füchse – war für den TBV Lemgo noch treffsicherer (216). In dieser Saison aber konnte Lindberg in der Liga erst 15 Tore (davon neun Siebenmeter) beisteuern. Sein Pendant auf der linken Seite, mal Tim Matthes (acht Tore), mal Zugang Milos Vujovic (sieben), war auch nicht erfolgreicher.

Wie gut es aber laufen kann, wenn die Außen ins Spiel eingebunden werden, war in der European League gegen IFK Kristianstad zu sehen. Milos Vujovic ebnete mit acht Treffern den Weg zum ersten Sieg in der Gruppenphase (30:23). Deshalb kommt Trainer Siewerts Forderung für das Spiel gegen Wetzlar nicht von ungefähr: „Es wird darum gehen, den Ball auch wieder in der Breite laufen zu lassen.“

Füchse-Trainer Siewert hat fast den gesamten Kader beisammen

Nach links, wo sich Vujovic immer besser in die Mannschaft integriert und die Bälle aus den spitzesten Winkeln ins Tor zirkeln kann. Oder nach rechts, wo Lindberg mit all seiner Erfahrung die gegnerische Abwehr austricksen kann. Und mit Valter Chrintz (20) sitzt noch ein junger Rechtsaußen auf der Bank, der darauf brennt, sich zu beweisen.

Hinzu kommt, dass gegen Minden nicht alles schlecht war. Kreisläufer Mijajlo Marsenic traf acht Mal, war Dreh- und Angelpunkt des Füchse-Angriffs. Coach Siewert hatte das gefallen und erwartet deshalb von seiner Mannschaft, „das gute Kreisläufer-Spiel weiterzuführen“. Denn auch Kreisspieler Johan Koch ist nach seiner Schulterverletzung auf dem Weg zur Topform.

Ansonsten kann Siewert auf den gleichen Kader zurückgreifen wie in der vergangenen Woche. Abgesehen von Frederik Simak sind alle fit, auch Abwehrchef Jakov Gojun ist wieder dabei. Der Trainer kann also beinahe aus dem Vollen schöpfen, Ausreden lässt er nicht gelten, denn: „Für uns zählt nur der Sieg.“

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