Füchse Berlin

Bei den Füchsen ist der Knoten geplatzt

Die Füchse Berlin gewinnen mit 31:27 gegen Hannover und zeigen über weite Strecken, welche Qualität in der Mannschaft steckt.

Marian Michalczik (l.) zeigte sein bislang bestes Spiel im Trikot der Füchse Berlin.

Marian Michalczik (l.) zeigte sein bislang bestes Spiel im Trikot der Füchse Berlin.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Marian Michalczik nahm einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche und spülte eine Schmerztablette runter. Dieses Spiel hatte wehgetan, dieser 31:27 (12:11)-Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstagabend hatte viel Kraft gekostet. Um den ersten Erfolg in der Schmeling-Halle vor 750 Zuschauern hüpfen zu feiern, reichten die Körner aber dann doch noch.

„Ich hoffe, dass bei uns durch dieses Erfolgserlebnis der Knoten geplatzt ist“, sagte Michalczik, der mit sechs Toren bester Werfer des Berliner Handball-Bundesligisten war. Nicht nur der Neu-Fuchs hatte einiges einstecken müssen. Auch Fabian Wiede, gerade erst nach zehn Monaten Verletzungspause zurückgekehrt, hatte in der zweiten Halbzeit nach einem Schlag mit bandagiertem Oberschenkel weiterspielen müssen. Mijajlo Marsenic brauchte zwischendurch Augentropfen, um den Durchblick nicht zu verlieren.

Füchse-Trainer Siewert sieht Schritt in die richtige Richtung

Der kleine Auszug aus der Blessuren-Kartei zeigt, wie umkämpft die Partie gegen die „Recken“ aus Hannover war. Der Grund: Das Spiel war so eng, weil immer wieder eher der Fehlerteufel der Spielmacher war. Fehlwürfe, fahrige Pässe und zwischendurch Abspielfehler mit Slapstick-Potenzial. „Da haben wir sicherlich noch Optimierungsmöglichkeiten“, sagte Trainer Jaron Siewert. „Aber das war ein Schritt in die richtige Richtung.“

Dass sich die Füchse am Ende über die ersten zwei Punkte zu Hause freuen durften, war einem starken Endspurt zu verdanken. Schon vorher war die Qualität immer wieder aufgeblitzt, die eigentlich in der Mannschaft steckt. Erst spielten Wiede, Milos Vujovic und Lasse Andersson einen Drei-Tore-Vorsprung heraus (42. Minute), dann sicherten wieder Wiede und Vujovic mit wurfkräftiger Unterstützung von Jacob Holm in den letzten Minuten den umkämpften, aber auch verdienten Sieg.

Am Dienstag geht es für die Füchse in der European League weiter

„Das war der erste Bewährungstest, bei dem die Mannschaft gesehen hat, dass sie dieses Level spielen kann“, sagte ein erleichterter Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Wir haben heute viel Willen gesehen, das war auch wichtig, dass der Kopf in engen Phasen oben geblieben ist und wir die Nerven behalten haben.“

Eine weitere gute Nachricht gab es auch noch. Das Lazarett lichtet sich, Johan Koch kehrte nach überstandener Schulterblessur zurück. Damit fehlen den Berlinern mit Mattias Zachrisson, Frederik Simak und Jakov Gojun nur noch drei Profis. Die Liste könnte noch kürzer werden, wenn die Füchse zum nächsten Heimspiel am kommenden Dienstag in der European League gegen Kristianstad (20.45 Uhr) antreten. Bis dahin bleibt ein paar Tage Zeit, um die blauen Flecken zu pflegen.

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