Füchse Berlin

Ein Fuß rettet den Füchsen einen Punkt in Leipzig

Die Füchse Berlin machen in Leipzig zu viele Fehler und müssen sich am Ende mit einem 24:24 zufrieden geben.

Die Abwehr der Füchse Berlin hatte in Leipzig eine Menge zu tun.

Die Abwehr der Füchse Berlin hatte in Leipzig eine Menge zu tun.

Foto: Modla /Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Berlin. Seine Geduld war überstrapaziert. Wochenlang hatte Milos Vujovic auf sein Debüt bei den Füchsen Berlin warten müssen. Als es dann am Sonntag beim SC DHfK Leipzig endlich so weit war, fackelte der Linksaußen des Handball-Bundesligisten aus der Hauptstadt nicht lang. Und zimmerte den Ball nach vier Minuten ins gegnerische Tor – Premierentreffer abgehakt.

Der Freudenschrei des 27-Jährigen war trotz der 2100 Zuschauer in der Leipziger Halle gut zu hören. Es hatte sich viel angestaut beim Neu-Fuchs, der im Sommer hochmotiviert nach Berlin gekommen war und nach einem Fahrradunfall Mitte August einen herben Rückschlag hatte hinnehmen müssen. Intensivstation, mehrere Rippenbrüche, eine Lungenprellung und viel Glück, dass der LKW die vielversprechende Karriere des Nationalspielers nicht frühzeitig beendet hatte.

Füchse-Keeper Milosavljev pariert den letzten Angriff

Ein Sieg zum Einstand wäre dem montenegrinischen Stehaufmännchen durchaus zu wünschen gewesen. Am Ende mussten sich Vujovic und seine Teamkollegen beim Tabellenführer in Leipzig aber mit einem 24:24 (13:10) zufrieden geben. Dank des Fußes von Torhüter Dejan Milosavljev, der den letzten Angriff der Leipziger mit dem großen Zeh abblocken konnte und das Unentschieden sicherte.

Punkt gewonnen oder Punkt verloren? Ganz einig waren sie sich bei den Füchsen nicht. Hans Lindberg befand „Punkt gewonnen“. Marian Michalcziks erster Impuls war „Punkt verloren“. Kurz drüber nachgedacht schob der Spielmacher hinterher: „Aber aufgrund des Spielverlaufs, des Kampfes war es wohl eine faire Punkteteilung“. Und Trainer Jaron Siewert fasste zusammen: „Das war nichts halbes und nichts ganzes.“

Füchse zeigen nach der Derby-Pleite kleine Leistungssteigerung

In einem waren sich immerhin alle einig. Auf der Haben-Seite standen zu viele technische Fehler. „Das spricht nicht für Eingespieltheit und Selbstvertrauen“, bemängelte Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Das muss jetzt schnellstmöglich durch ein Erfolgserlebnis korrigiert werden.“ Auf ein solches hatten die Berliner eigentlich schon in Leipzig gehofft – um die bittere Derby-Klatsche gegen Magdeburg (22:32) vom vergangenen Dienstag vergessen zu machen.

Anfangs hatte es auch so ausgesehen, als könnten sich die Füchse rehabilitieren. Der Tabellenzwölfte begann konzentrierter, selbstbewusster als zuletzt. Keeper Milosavljev parierte die wichtigen Bälle, die Abwehr stand gut, im Angriff ging es variabel zur Sache. „Da haben wir auf jeden Fall eine Steigerung gesehen“, erklärte Kretzschmar.

Sportvorstand Kretzschmar kritisiert die Leistung einiger Füchse-Spieler

Der Drei-Tore-Vorsprung zur Pause war dann aber „viel zu schnell“ wieder weg, wie Trainer Siewert monierte. Gerade einmal zwei Minuten brauchten die Leipziger, um auszugleichen. „In der entscheidenden Phase machen wir zu viele technische Fehler. Werfern die Bälle weg, agieren viel zu ängstlich“, kritisierte Kretzschmar die Leistung seiner Profis. „Da erhoffen wir uns von einigen noch mehr.“ Vor allem bei Kreisläufer Mijajlo Marsenic sah der Sportvorstand noch Luft nach oben.

Am Donnerstag kommt die TSV Hannover-Burgdorf in die Max-Schmeling-Halle. Zeit für die nächste Leistungssteigerung. Oder wie Kapitän Paul Drux es ausdrückt: „Am besten zwei Punkte holen.“

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