Füchse Berlin

Füchse legen gegen Magdeburg eine Bruchlandung hin

Die Füchse kassieren im Derby gegen den SC Magdeburg eine herbe Pleite. Nur ein Spieler macht Hoffnung auf Besserung.

Lasse Andersson (M.) konnte mit neun Toren die Niederlage der Füchse Berlin nicht verhindern.

Lasse Andersson (M.) konnte mit neun Toren die Niederlage der Füchse Berlin nicht verhindern.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Der rechte Ärmel von Lasse Andersson war schon zerrissen, da war noch nicht mal eine Halbzeit um. Der Däne hatte gekämpft, sich in Zweikämpfen aufgerieben, die Bälle aus den unmöglichsten Positionen Richtung Tor gefeuert. Genutzt hatte es am Ende nichts. Die Füchse kassierten gegen den SC Magdeburg vor 750 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle eine herbe 22:32 (12:14)-Niederlage. Trotz eines stark aufspielenden Andersson.

Der 26-Jährige war im Sommer zum Handball-Bundesligisten in die Hauptstadt gewechselt. Und zeigt schon eindrucksvoll, warum Sportvorstand Stefan Kretzschmar diesen blonden Rückraumhünen vom spanischen Topklub FC Barcelona unbedingt nach Berlin lotsen wollte. Der 1,95 Meter große Rechtshänder ist genau der Shooter, den sie bei den Füchsen in der vergangenen Saison so schmerzlich vermisst hatten.

Derby-Niederlage schmerzt Füchse-Trainer Siewert

Das zeigte Andersson auch gegen den Erzrivalen aus Magdeburg am Dienstagabend. Mal zimmerte er den Ball aus zehn Metern unter die Latte, mal gekonnt aus der Hüfte, mal nach einer schmucken Drehung. Am Ende war er mit neun Treffern bester Werfer der Berliner. Die bittere Erkenntnis aber war: Ein Andersson allein gewinnt kein Spiel.

Der Auftritt, den die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert vor allem in der zweiten Halbzeit zeigte, war schwach. „Das schmerzt nicht nur sportlich“, sagte der Coach. „Das schmerzt auch persönlich als Berliner gegen den SCM zu verlieren.“ Sein Team tat sich gegen den Erzrivalen – wie beim Arbeitssieg in Nordhorn (25:20) – schwer, die Abwehr stand zwar anfangs recht solide, im Angriff aber fehlte der Zug zum Tor, die Körpersprache war miserabel. Viele Offensivversuche landeten im Aus oder in der Hand des Gegners. „Wir haben keinen richtigen Kampf gezeigt, das hat mich heute enttäuscht“, sagte Drux.

Nationalspieler Wiede feiert nach zehn Monaten sein Comeback

Der 12:14-Pausenstand war noch nicht das Ende aller Träume vom Derbysieg. Der Sieben-Tore-Rückstand nach 45 Minuten dann aber schon. Vor dem gegnerischen Kasten mangelte es an Abstimmung und Ideen, im eigenen Tor an der Unterstützung der Keeper Dejan Milosavljev (5 Paraden) und Fredrik Genz (2). Hinzu kam die eine oder andere zweifelhafte Entscheidung der Schiedsrichter. „Wir haben uns angestellt wie kleine Schulkinder“, monierte Kapitän Paul Drux. „Das war ganz, ganz schlecht.“

Da half nicht einmal das lang ersehnte Comeback von Fabian Wiede. Der Nationalspieler machte gegen den SCM – vor den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason – Pflichtspiel Nummer eins in diesem Jahr. Eine Schulterverletzung hatte den 26-Jährigen Ende 2019 ausgebremst, die EM-Teilnahme unmöglich gemacht. Nach einer erneuten Operation im August ist Wiede nun endlich zurück. Die Verletztenliste der Berliner wird damit wieder etwas kürzer. Weil auch Jacob Holm nach überstandener Bänderverletzung wieder dabei war.

Dass die personellen Sorgen kleiner werden, war nach der Derby-Klatsche allerdings nur eine Randnotiz. Die Füchse, ambitioniert in die Saison gestartet, sind unsanft in der Realität gelandet. „Wir können nicht lange liegen bleiben, müssen schnell wieder aufstehen“, sagte Siewert. Der Coach hat nun fünf Tage Zeit, um die größten Baustellen aufzuarbeiten. Am Sonntag müssen die Füchse beim SC DHfK Leipzig antreten (13.30 Uhr, Sky).

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