Sportmetropole Berlin

Hygienekonzept im Hallensport kommt zum falschen Zeitpunkt

Berliner Senat begrüßt Hygienekonzept der Hallen-Profiklubs. Steigende Infektionszahlen verhindern jedoch die Umsetzung.

Zuschauen mit Abstand: So wie beim Spiel der Füchse Berlin in der European League wird es wohl noch länger in der Max-Schmeling-Halle aussehen.

Zuschauen mit Abstand: So wie beim Spiel der Füchse Berlin in der European League wird es wohl noch länger in der Max-Schmeling-Halle aussehen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Es ist ein herber Dämpfer für die Hallen-Profiklubs in Berlin. Der Plan, die Max-Schmeling-Halle und die Mercedes-Benz-Arena schon bald mit mehr als den aktuell erlaubten 1000 Zuschauern zu füllen, liegt erst mal wieder auf Eis. Das Hygienekonzept, das die Füchse, Eisbären, Volleys und Alba gemeinsam erarbeitet hatten, hat den Berliner Senat zwar überzeugt, darf aber trotzdem nicht mit mehr als 1000 Fans umgesetzt werden.

„Das Konzept wurde als überragend angenommen“, erklärt Bob Hanning, Geschäftsführer der Handball-Füchse. „Mit zehn von zehn Punkten bewertet, weil alles vorgesehen war.“ Maskenpflicht, diverse Anreisemöglichkeiten zu den Hallen, das Öffnen der Ober- und Unterränge, damit sich die Besucher nicht begegnen, Zeit-Slots für den Einlass – an alles war gedacht. „Was fehlt, ist der Mut, das im Moment umzusetzen“, meint Hanning.

Füchse Berlin stellen Dauerkartenverkauf ein

Angesichts der steigenden Infektionszahlen in der Hauptstadt und den jüngst verschärften Eindämmungsmaßnahmen, die in Berlin ab Freitag wieder gelten, „verstehe ich das sogar“, sagt der Manager. „Man muss sich ja überlegen, welches Signal das Öffnen von Sportveranstaltungen sendet.“ Ein fatales Signal, das vor dem Hintergrund erneuter Einschränkungen im öffentlichen Leben nur schwer zu rechtfertigen wäre.

Deshalb haben die Füchse vor dem Liga-Start am Sonnabend in Nordhorn (20.30 Uhr, Sky) den Dauerkartenverkauf eingestellt. Bereits erworbene Tickets werden storniert, Dauerkarteninhaber der vergangenen Saison erhalten aber ein Vorkaufsrecht für die wenigen Karten, die nach Abzug von Fanklub und Sponsoren noch übrig sind.

Wettbewerbsnachteil für die Füchse Berlin

„Manche gute Idee braucht Zeit“, weiß Bob Hanning. Die Profiklubs sind optimistisch, dass ihr Konzept irgendwann mehr Zuschauer in den Hallen ermöglicht. So lange wird es eben im kleineren Kreis umgesetzt. Anders sieht das in Schleswig-Holstein aus. Das Bundesland hatte sich über die Empfehlung der Bundesregierung, die Hallen zu 20 Prozent auszulasten, hinweggesetzt und eine Grenze von 25 Prozent beschlossen.

„Ein Wettbewerbsnachteil“ vor allem für die Füchse, die mit Rekordmeister Kiel und Spitzenklub Flensburg gleich zwei große Konkurrenten aus dem Norden in der Liga haben. „Trotzdem gönne ich es jeder Veranstaltung, die einen Schritt zurück zur Normalität machen kann“, sagt Hanning. Die Hoffnung lebt, dass sich auch in Berlin das Infektionsgeschehen so weit beruhigt, dass wieder mehr Fans in den Genuss eines sicheren Sporterlebnisses kommen.