Handball

Für die Füchse zählt nur der Erfolg

Die Füchse Berlin wollen gegen den ungarischen Topklub Gyöngyösi die Gruppenphase der European League erreichen.

Füchse-Coach Jaron Siewert (l.) im Gespräch mit seinem Kapitän Paul Drux.

Füchse-Coach Jaron Siewert (l.) im Gespräch mit seinem Kapitän Paul Drux.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Vorbereitung ist alles, das dachten sich auch die Verantwortlichen von Gyöngyösi KK. Und deshalb reiste der ungarische Topklub bereits am Sonntag in Berlin an und bezog im Crowne Plaza, dem Partnerhotel der Füchse Berlin, in der Nürnberger Straße Quartier. Reise aus den Beinen schütteln und akklimatisieren. „Die Ungarn brennen auf ihre Chance, sind so optimal vorbereitet und rechnen sich etwas aus“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning vor dem Rückspiel der Berliner Handballer in der zweiten Qualifikationsrunde zur European League an diesem Dienstag in der Max-Schmeling-Halle (20.45 Uhr). „Das wird ein ganz harter Kampf.“

Die Füchse gehen mit einen Zwei-Tore-Vorsprung in das K.o.-Spiel. Das erste Duell und nach sechs Monaten Pause aufgrund der Coronavirus-Pandemie auch erste Pflichtspiel hatten sie mit 25:23 bei Gyöngyösi gewonnen. Mit einem Erfolg wären die Berliner für die Gruppenphase der European League, die den EHF-Cup abgelöst hat, qualifiziert. Die Auslosung findet Ende der Woche statt. Am Sonnabend müssen die Füchse dann zum Bundesliga-Auftakt bei der HSG Nordhorn-Lingen antreten (20.30 Uhr/Sky).

Füchse-Trainer Siewert setzt voll auf Sieg

„Das Rückspiel wird für den Verlauf unserer gesamten Saison entscheidend sein“, sagt Rechtsaußen Hans Lindberg und erwartet von seinem Team eine Steigerung gegenüber dem ersten Spiel. „Aber Hauptsache, wir kommen weiter.“ Immerhin kenne man den Gegner jetzt und könne sich nun besser auf ihn einstellen.

Die Zeit zwischen den beiden Partien hat Füchse-Trainer Jaron Siewert dazu genutzt, an den Schwächen und Fehlern aus dem Hinspiel zu arbeiten sowie das, was schon gut gewesen ist, noch einmal zu verstärken. „Wir gehen gut vorbereitet in das zweite Duell“, sagt der Coach und gibt die Marschroute vor. „Wir spielen voll auf Sieg, wollen da nicht irgendwie taktieren. Das Hinspiel gibt uns einen kleinen Vorsprung von zwei Toren, aber der Gegner hat uns gezeigt, dass wir da extrem aufpassen müssen und wieder eine sehr gute oder eine noch bessere Leistung bringen wollen.“ Man habe den Grundstein gelegt, aber noch sei nichts gewonnen. Für Manager Hanning ist klar: „Für mich zählt nur der Erfolg. Die Füchse müssen auf der Bühne des europäischen Handballs dabei sein.“ In einer Stadt wie Berlin mit den vielen Spitzenklubs sei es eminent wichtig, international zu spielen.

Zwei A-Jugendspieler stehen vor ihrem Profi-Debüt

Am Füchse-Kader gegenüber dem Hinspiel wird sich nicht viel ändern. Allerdings stehen mit Matthes Langhoff und Robin Heinis zwei A-Jugendliche vor ihrem möglichen Debüt bei den Profis. Die beiden Rückraumspieler hatten unter Trainer Bob Hanning am vergangenen Wochenende mit dem 30:20-Sieg gegen Leipzig einen erfolgreichen Start in die neue Saison der Jugend-Bundesliga gefeiert und fiebern nun der großen Bühne entgegen. Es gehört zur Philosophie der Füchse, immer wieder selbst ausgebildete Talente an den Profibereich heranzuführen. Erneut verzichten muss Siewert dagegen auf Milos Vujovic, Fabian Wiede, Mattias Zachrisson, Jacob Holm, Johan Koch und Frederik Simak.

Die Partie gegen die Ungarn findet am Dienstag vor 500 Zuschauern statt, im Hinspiel vor einer Woche waren es noch 850 Besucher gewesen. Kein Nachteil, findet Siewert. „Ich bin froh, dass wir überhaupt vor Zuschauern spielen können“, sagt der Trainer, „und der Fan-Block hat schon beim Testlauf gegen Kiel gezeigt, dass er eine sehr gute Atmosphäre erzeugen kann.“