Handball

Füchse-Trainer Roth zieht die Zügel an

Der neue Füchse-Trainer Michael Roth erhöht bei den Füchsen die Zahl und Dauer des Trainings, um die Saisonziele zu erreichen.

Füchse-Trainer Michael Roth erhöht bei den Füchsen die Schlagzahl.

Füchse-Trainer Michael Roth erhöht bei den Füchsen die Schlagzahl.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Als die Spieler am Donnerstagmittag um kurz vor zwölf Uhr in Füchse Town eintrafen, ahnten sie noch nichts. Frohgemut verschwanden die Handballer um Kapitän Hans Lindberg in der Kabine, gestärkt durch das zuletzt in der Bundesliga erkämpfte Remis beim Bergischen HC (26:26) und voller Vorfreude auf das große Duell am Sonntag gegen den deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt (16 Uhr, Max-Schmeling-Halle). Wenig später erfuhren aber auch die Profis, dass mit dem neuen Trainer Michael Roth auch ein neuer Wind in Hohenschönhausen weht. Denn der 58-Jährige zieht bei den Berlinern die Zügel an und wird die Anzahl und Intensität der Trainingseinheiten merklich erhöhen.

Trainer Roth verordnet mehr und längere Trainingseinheiten

„Wir haben ja auch Fernziele, die wir nicht aus den Augen verlieren wollen“, sagte Roth, der die Füchse am vergangenen Freitag nach drei Niederlagen in Folge vom freigestellten Velimir Petkovic übernommen hatte. Der Heidelberger fungiert bis zum Sommer als Übergangslösung, dann übernimmt der erst 26 Jahre alte Jaron Siewert das Hauptstadtteam. Roth will nun die Schlagzahl erhöhen. Damit die Berliner ihre Ziele wie zum Bespiel das Final Four im EHF-Cup Ende Mai in Berlin auch tatsächlich erreichen, soll die Mannschaft künftig mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche mehr absolvieren. „Ich will die Spieler vor neue Aufgaben setzen, damit sie mal aus ihrem Trott rauskommen“, sagte Roth.

Belastete Spieler wie Holm sollen entlastet werden

Der neue Chefcoach hatte sich zuvor mit dem gesamten Stab (Athletik, medizinische Abteilung, Video, Trainerteam) der Berliner beraten und überlegt, welche Akzente neu gesetzt werden könnten. „Wir wollten alles mal hinterfragen“, berichtete er. Die zusätzlichen Übungseinheiten werden vor allem im Kraft- und Athletikbereich stattfinden, „denn da kann man noch ein bisschen nachholen“, sagte Roth. Das gelte vor allem auch für die jüngeren Spieler wie Jacob Holm (24). Er trug in den vergangenen Wochen aufgrund einiger Ausfälle durch Verletzungen sehr viel Verantwortung für einen so jungen Athleten. „Er ist von der ganzen Athletik in der letzten Zeit missbraucht worden“, sagte Roth, „er muss aufgepäppelt werden.“ Es gelte dabei, die Leute zu schonen und so einzusetzen, „dass sie am Spieltag voll da sind“.

Auch die Uhrzeiten will Roth ändern. Bislang wurde um zwölf Uhr trainiert. „Um zwölf Uhr gibt es normalerweise Mittagessen. So war das früher“, sagte Roth, der seine Profis künftig um 10 Uhr antreten lässt. „Morgens machen wir Athletik, mittags geht es dann in die Halle.“ Auch die Dauer der Einheiten wird sich verlängern. Auf zwei Stunden statt zuvor 90 Minuten. „Weil wir die Zeit brauchen. Für Erklärungen und wenn Spieler wieder zurückkehren, die wieder eingegliedert werden müssen“, sagte Roth.