Handball

Wie Füchse-Trainer Roth Ziehsohn Müller beflügelt

Füchse-Rückraumspieler Müller glänzt gegen Logrono und könnte in den nächsten Wochen eine wichtige Rolle bei den Berlinern einnehmen.

Füchse-Rückraumspieler Michael Müller (M.) beim Wurfversuch gegen Logrono.

Füchse-Rückraumspieler Michael Müller (M.) beim Wurfversuch gegen Logrono.

Foto: nordphoto / Engler via www.imago-images.de / imago images/Nordphoto

Berlin. Michael Müller hatte das Kapitel eigentlich beendet. Das Kapitel Michael Roth. „Ich hab gedacht, dass ich ihn nie wiedersehe beim Handball“, sagt der Rückraumspieler der Füchse Berlin. Drei Jahre beim TV Großwallstadt und später fünf Jahre bei der MT Melsungen war Roth sein Trainer. Acht Jahre mit guten Erinnerungen, denen nun drei weitere Monate hinzugefügt werden.

Denn Roth ist seit Freitag Müllers Coach beim Berliner Handball-Bundesligisten. „Natürlich freut es mich, dass ich noch mal mit ihm zusammenarbeiten kann“, sagt der 35-Jährige. Wie sehr ihn das freut, war am Sonntag zu sehen. Als Müller im EHF-Pokal gegen Logrono (33:26) wie beflügelt aufspielte und damit zum Matchwinner wurde.

Müller könnte die Probleme im Füchse-Rückraum lösen

„Wir haben schon ein Vater-Sohn-Verhältnis“, sagt Roth. „Er kennt mich, ich kenne ihn. Ich hab ihm gesagt, Michi, ich brauche dich jetzt.“ Und Müller war da, als Roth ihn in der 16. Minute einwechselte, mit acht Toren sogar als bester Werfer der Partie. „Er weiß, was er an mir hat, ich weiß, was ich an ihm habe. Was ein bisschen Vertrauen untereinander schafft, das haben wir gesehen“, sagt der Linkshänder. „Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes, das habe ich in letzter Zeit nicht allzu oft gemacht.“

In letzter Zeit saß Müller eben auch fast nur auf der Bank. Unter Ex-Trainer Velimir Petkovic war der einstige Nationalspieler nicht gefragt, steckte im Leistungstief. „Kretzsche hat gesagt, der einzige, der den Müller hinkriegt, bist du“, sagt Roth, den Sportvorstand Stefan Kretzschmar noch am vergangenen Donnerstagabend nach Berlin lotste. „Da habe ich ihm gesagt, mach’ dir keine Sorgen, den kenn’ ich schon, seit er 18 ist.“

Dass Trainer und Spieler sich in- und auswendig kennen, ist ein großer Pluspunkt für die Füchse. Müller könnte der entscheidende Faktor auf der Suche nach Lösungen für die großen Rückraum-Probleme der Berliner sein. Nach den Ausfällen von Fabian Wiede (Schulter), Paul Drux (Fuß) und Simon Ernst (Kreuzbandriss) klafft eine Lücke, die auch Müller bisher nicht füllen konnte.

Auch Mandalinic und Simak mit Leistungssteigerung

„Ich hab mit den Spielern viel gesprochen, die unter Petko nicht so zur Geltung kamen“, sagt Roth. Mit seinem Zögling Müller, aber auch mit Stipe Mandalinic oder Frederik Simak. Und offensichtlich hat der 58 Jahre alte Coach die richtigen Worte gefunden. Auch Mandalinic und Simak präsentierten sich leistungsstärker. „Wenn jetzt noch Dainis Kristopans dazukommt, dann haben wir im Rückraum wirklich eine sehr gute Kombination“, sagt Roth.

Die brauchen die Füchse jetzt auch dringend. Nach den peinlichen Pleiten gegen Minden (25:30) und Schusslicht Nordhorn (30:32) muss an diesem Dienstag gegen den Bergischen HC (19 Uhr, Sky) dringend ein Sieg her, um den Anschluss an die Spitzenplätze nicht zu verlieren. „Die Jungs müssen positiv sein. Nicht wie so Wackeldackel. Irgendwas klappt nicht und die fangen sofort an mit dem Kopf zu wackeln. Das gibt’s nur auf der Rückbank vom Auto“, sagt Roth, der seiner Geschichte bei den Füchsen nach dem gelungenen Prolog ein weiteres erfolgreiches Kapitel hinzufügen will.

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