Handball

Die Füchse wollen mit großer Verstärkung in die Königsklasse

Die Füchse verpflichten den lettischen Rückraum-Riesen Dainis Kristopans bis Saisonende und greifen nun die Champions League an.

Dainis Kristopans (M.) überragt seine Gegner und überzeugt mit seiner Wurfgewalt.

Dainis Kristopans (M.) überragt seine Gegner und überzeugt mit seiner Wurfgewalt.

Foto: Ole Martin Wold / AFP

Berlin. Marko Kopljar könnte ein wenig traurig sein. Der Kroate ist seit Mittwoch nicht mehr der größte Spieler der Handball-Bundesliga. Und auch bei den Füchsen Berlin musste der 2,10 Meter große Rückraum-Riese diesen Titel nun einem anderen überlassen. Seinem neuen Teamkollegen: Dainis Kristopans. Wie die Füchse mitteilten, wechselt der 29-Jährige von Vardar Skopje bis Saisonende nach Berlin.

Eine äußerst große Verstärkung, die sich die Füchse da gesichert haben. Der Lette ist nicht nur Champions-League-Sieger, mit seinen 2,15 Metern überragt er auch alle übrigen Bundesliga-Profis um mindestens fünf Zentimeter. Kristopans‘ Größe ist seine Waffe. Mühelos überwindet der Linkshänder die gegnerischen Abwehrblöcke, ist mit seinen wuchtigen Würfen aus neun Metern genau die Unterstützung, die die Berliner jetzt brauchen. Auch um ihr ambitioniertes Ziel Champions League anzugreifen.

Zusammen mit Füchse-Keeper Milosavljev holte er die Champions League

„Der Transfer stellt unsere Weichen und zählt sicherlich zu den spektakulärsten der Klubgeschichte“, sagte Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Bei uns ist die Grundbedingung immer das internationale Geschäft, und mit der Verpflichtung von Dainis haben wir unseren Kader für die Rückrunde so aufgestellt, dass wir diese sportlich erreichen können. Dabei geht ein großes Dankeschön an Axel Lange, der den Transfer unterstützt hat.“

Nach dem Ausfall von Fabian Wiede (Reha nach Schulter-OP) klaffte im rechten Rückraum eine Lücke, die mit Kristopans nun auf Weltklasse-Niveau geschlossen wird. Welche Qualitäten der Riese mitbringt, war schon während der Europameisterschaft im Januar zu beobachten. Als Kristopans als Superstar der lettischen Nationalmannschaft manch einen Gegner staunend zurückließ, wenn er zu seinen gewaltigen Torabschlüssen ausholte.

Nicht nur wegen seiner Vorstellung bei der EM ist der 74-malige Nationalspieler begehrt. Schon in der vergangenen Saison war Kristopans – zusammen mit Füchse-Torhüter und Neu-Teamkollege Dejan Milosavljev – maßgeblich daran beteiligt, dass sich Vardar Skopje den Champions-League-Titel sicherte. Deshalb fackelte auch Topklub Paris Saint-Germain nicht lang und stattete den Letten mit einem Vertag bis 2023 aus – gültig ab kommender Saison. „Es ist ein tolles Zeichen, dass wir einen solchen Weltklassespieler für Berlin gewinnen konnten“, freute sich auch Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Kristopans hat keine Spielberechtigung im EHF-Pokal

Ähnlich wie bei Javier Munoz, der die Füchse bis Saisonende auf Rechtsaußen unterstützt und im Sommer zu den Franzosen von Pauc Handball wechselt, hat also auch Kristopans seine Anstellung für die nächsten Jahre bereits sicher. Weil der finanziell angeschlagene Königsklassen-Champion Vardar aber Probleme hat, die Gehälter zu zahlen, suchte Kristopans eine Übergangslösung. Und fand sie bei den Füchsen. Eine klassische Win-win-Situation.

„Ich bin stolz darauf, das Berliner Trikot tragen zu dürfen. Die Füchse sind einer der besten Vereine in der Bundesliga“, sagte Kristopans. „Ich glaube, ich kann hier als Spieler weiterwachsen, und ich werde mein Bestes für die Füchse Berlin geben.“ Eine Spielberechtigung für den EHF-Pokal hat Kristopans zwar nicht, weil er mit Skopje in dieser Saison schon in der Königsklasse aktiv war. Trotzdem wird er die Berliner an diesem Donnerstag gegen die Ungarn aus Tatabanya (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) von der Tribüne aus unterstützen. Am Sonntag im Bundesliga-Duell gegen den SC Magdeburg soll der Neu-Fuchs dann aber auf dem Feld stehen (14.05 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Mehr über die Füchse Berlin lesen Sie hier.