Handball

Füchse-Zugang Javier Munoz ist die spanische Schützenhilfe

Mit Javier Munoz haben sich die Füchse Berlin bis Sommer Verstärkung auf Rechtsaußen geholt – eine Übergangslösung im besten Sinne.

Javier Munoz bleibt drei Monate bei den Füchsen, bevor im Sommer nach Frankreich wechselt.

Javier Munoz bleibt drei Monate bei den Füchsen, bevor im Sommer nach Frankreich wechselt.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Nein, ein spanisches Restaurant gibt es in der Nähe seiner neuen Wohnung leider nicht, erzählt Javier Munoz. Gut, dass Stefan Kretzschmar sich in Berlin auskennt. „Ich kann dir welche zeigen“, sagt der neue Sportvorstand der Füchse Berlin in fließendem Spanisch, als er am Dienstag beim Training des Handball-Bundesligisten vorbeischaut und sich mal kurz nach dem Befinden des jüngsten Füchse-Zugangs erkundigt.

Das Angebot nimmt Munoz gern an, er kennt sich ja noch nicht so gut aus in der Hauptstadt. „Dann noch viel Spaß beim Interview“, wünscht Kretzschmar, bevor er wieder verschwindet. Munoz ist ein wenig nervös, sein Englisch sei nicht so gut, sagt er. Mit einem bunten Mix aus Englisch und Spanisch funktioniert die Verständigung dann aber ganz gut. Manchmal ist eben Flexibilität gefragt.

Wer wüsste das besser als der Rechtsaußen selbst, der jetzt für knapp drei Monate bei den Berlinern unter Vertrag steht. Nach sechs Monaten beim slowakischen Champions-League-Teilnehmer Tatran Presov und vor seinem Wechsel zum französischen Topklub Pauc Handball im Sommer. „Für mich ist das kein Problem. Das ist eine große Chance, hier spielen zu können, bevor ich nach Frankreich gehe“, sagt der 27-Jährige. „Ich bin sehr glücklich, weil ich jetzt gerade bei einem der besten vier Klubs in der besten Liga der Welt spiele.“

Für Munoz ist Füchse-Kapitän Lindberg der weltbeste Rechtsaußen

Am Montag zog er zusammen mit seiner Freundin nach fünf Tagen im Hotel in sein Übergangsquartier, ganz in der Nähe der Max-Schmeling-Halle. Dort hatte er am Sonntag direkt ein ordentliches Debüt beim 33:27-Sieg gegen Balingen gefeiert. Der Spanier stand zwar nur wenige Minuten auf dem Feld, durfte sich aber noch in die Liste der Torschützen eintragen. „Das war ein super Start hier“, sagt Munoz, der dem Hauptstadtklub schon am Donnerstag in Ludwigshafen wieder helfen soll (19 Uhr, Sky).

Die Füchse wollen mit dem wendigen Linkshänder den Ausfall von Mattias Zachrisson auffangen, der sich erneut an der Schulter operieren lassen musste und bis Saisonende ausfällt. Munoz soll vor allem Hans Lindberg auf der ansonsten verwaisten Position Rechtsaußen entlasten – spanische Schützenhilfe also für den treffsichersten Füchse-Spieler in dieser Saison. Die Leistungen des 38-Jährigen haben auch Munoz beeindruckt. „Für mich ist er der beste Spieler der Welt auf Rechtsaußen“, sagt er. „Im letzten Spiel hat er elf Tore gemacht, er ist wirklich unglaublich.“

Am Sonntag trifft er mit den Füchsen auf seinen Klub

Aber auch Munoz ist kein Unbekannter. Sportvorstand Kretzschmar kannte den Neu-Fuchs aus der Champions League, Trainer Velimir Petkovic aus den EHF-Cup-Duellen mit La Rioja. Nach acht Jahren in Spaniens erster Liga bei La Rioja und Villa de Aranda geht es über Zwischenstopps in der Slowakei und jetzt Berlin im Sommer nach Frankreich. Von den Gegebenheiten in der Provence kann er sich am Sonntag schon einmal überzeugen – wenn die Füchse zum Auftakt der Gruppenphase im EHF-Pokal bei Pauc antreten (19 Uhr). „Das ist schon ein lustiger Zufall“, sagt Munoz, der am 22. Februar mit den Berlinern auch noch bei La Rioja zu Gast ist.

Lustig ist auch, dass ausgerechnet ein Kroate und ein Däne ihm über die ersten sprachlichen Barrieren hinweg geholfen haben. „Marko (Kopljar) und Jacob (Holm) sprechen Spanisch. Sie haben mir sehr geholfen“, erzählt Munoz. „Auch am Sonntag, als ich gegen Balingen in der 5-1-Deckung spielen sollte. Da war ich gerade drei Tage hier und wusste nicht, was ich tun soll. Aber Marko und Jacob haben mir erklärt, was passieren soll. Das war super.“ Wahre Sprachtalente, die da bei den Füchsen noch schlummern.

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