Handball

Mit Kretzschmar gilt bei den Füchsen: Alles auf Angriff

Stefan Kretzschmar hat als neuer Sportvorstand seine Arbeit bei den Füchsen aufgenommen – und hat genaue Vorstellungen von der Zukunft.

Stefan Kretzschmar will die Füchse Berlin in die Champions League führen.

Stefan Kretzschmar will die Füchse Berlin in die Champions League führen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Mittlerweile ist es nicht mehr zu übersehen, dass Stefan Kretzschmar seinen Job bei den Füchsen Berlin angetreten hat. „Alles auf Angriff“ steht auf den Werbeplakaten, mit denen der Berliner Handball-Bundesligist für seine kommenden Heimspiele wirbt und auf denen der neue Sportvorstand in angriffslustiger Pose zu sehen ist. Alles auf Angriff – das Motto des 46-Jährigen, der die Berliner in den kommenden vier Jahren in neue Sphären führen will.

Bisher war von Kretzschmar – seit dem 1. Januar offiziell im Amt – allerdings noch nicht allzu viel zu sehen. Der einstige Linksaußen hielt sich im Hintergrund, organisierte mit den Verpflichtungen von Marian Michalczik, Lasse Anderson und Milos Vujovic schon mal die kommende Saison. Als die Füchse aber am Sonntag mit einem 33:27-Sieg gegen Balingen in die zweite Saisonhälfte starteten, saß Kretzschmar auf der Tribüne.

Kretzschmar will Einzelgespräche mit den Füchse-Spielern führen

Dritte Reihe, mit Blickkontakt zur Bank, aber nicht zu dicht dran. Zwischen den Spielern Platz nehmen wird die Handball-Legende nämlich auf keinen Fall. „Um Gottes Willen. Es sei denn, beide Linksaußen verletzen sich noch“, sagt Kretzschmar und muss lachen. Das traut er sich 13 Jahre nach seinem Karriereende wirklich nicht mehr zu.

Dafür hat er jetzt andere Aufgaben, die er in den kommenden Wochen angehen wird. „Es geht darum, mit den Spielern Einzelgespräche zu führen, die Mannschaft kennenzulernen, die einzelnen Spieler kennenzulernen“, sagt Kretzschmar. „Wie sieht der jeweilige Spieler seine Zukunft, geht er den Weg mit, den wir uns vorstellen. Es geht darum, ihm unsere Vision zu erklären und dann auch langfristig zu sehen, mit wem wir den Weg gehen und mit wem eben nicht.“

Kretzschmar fordert die Qualifikation für den Europapokal

Bis Saisonende geht es erstmal mit dem jetzigen Kader – ohne die Spielmacher Fabian Wiede und Simon Ernst und ohne Rechtsaußen Mattias Zachrisson (alle verletzt) – um die Qualifikation für den Europapokal. „Das müssen wir dieses Jahr auf irgendeine Art und Weise schaffen. Die eine Chance ist das Final Four in Berlin, die andere Chance ist die Liga“, sagt Kretzschmar. „Wir wollen den Fokus keinesfalls aus den Augen verlieren, diese Saison noch was zu reißen. Das sind wir auch den Fans schuldig.“ Dafür steht er dem Trainerteam um Velimir Petkovic bei seinen letzten Monaten als Coach der Berliner unterstützend zur Seite, ohne zu viel reinreden zu wollen. „die sind clever und erfahren genug, um ihren Job zu machen“, weiß Kretzschmar.

Erst dann, am besten in zwei, drei Jahren soll der Weg der Füchse in die Champions League führen. Daran arbeiten Kretzschmar und Geschäftsführer Bob Hanning nun mit vereinten Kräften. Zwei Alphatiere auf Mission. Da bliebt kein Platz für Eitelkeiten. „Wenn man die Qualität des anderen anerkennt und versteht, dass der eine von dem anderen nur profitieren kann, dann kann das sehr gut funktionieren“, sagt der einstige deutsche Nationalspieler. „Dann müssen sich die anderen vielleicht noch ein bisschen wärmer anziehen.“ Alles auf Angriff eben.

Mehr über die Füchse Berlin lesen Sie hier.