Handball

Füchse triumphieren zum Ende eines turbulenten Jahres

Die Füchse Berlin gewinnen dank Kapitän Hans Lindberg in Stuttgart in letzter Sekunde mit 33:32 und überwintern auf Tabellenplatz fünf.

Paul Drux (r.) jubelt nach Schlusspfiff mit Last-Minute-Torschütze Hans Lindberg über den Füchse-Sieg in Stuttgart.

Paul Drux (r.) jubelt nach Schlusspfiff mit Last-Minute-Torschütze Hans Lindberg über den Füchse-Sieg in Stuttgart.

Foto: Marco Wolf / picture alliance / Marco Wolf

Berlin. Fünf Sekunden standen noch auf der Uhr, als Fabian Wiede zu diesem fulminanten Pass ansetzte. Der Ball flog im hohen Bogen über die Abwehr des TVB Stuttgart, direkt in die Hände von Hans Lindberg. Und der Kapitän verwandelte – zum 33:32. Schluss, Aus, Ende – Auswärtssieg für die Füchse Berlin.

Es waren nervenaufreibende Momente, mit denen das Handball-Jahr für den Bundesligisten aus der Hauptstadt am Sonntag endete. Das Remis in Stuttgart war so gut wie besiegelt. Doch Taktik-Fuchs Velimir Petkovic nahm noch einmal eine Auszeit, schwor seine Mannschaft auf diesen allerletzten Angriff, auf diese finalen fünf Sekunden ein. Mit Erfolg. „Ich hab gesagt, ich laufe quer durch. Das hab ich gemacht, und es hat geklappt“, sagt Lindberg, allerdings wenig euphorisch.

Füchse-Torhüter Ziemer trifft zum wichtigen Ausgleich

Der Berliner Toptorschütze, am Sonntag mit acht Treffern bester Füchse-Werfer, war reichlich bedient nach einer durchwachsenen Partie. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, dumme Entscheidungen getroffen, in beiden Halbzeiten. Das ärgert mich, wir müssen einfach besser spielen“, sagt der dänische Weltmeister. Zur Halbzeit hatten die Berliner mit drei Toren zurückgelegen, mussten in der zweiten Hälfte deshalb sogar einem Fünf-Tore-Rückstand hinterherlaufen.

„In der ersten Halbzeit haben wir gezeigt, warum wir in Balingen verloren haben, gegen Minden und in Erlangen“, sagt Trainer Petkovic. „Einige Spieler haben nicht das gezeigt, was sie können.“ Also musste eine knackige Halbzeitansprache her, mit der der 63 Jahre alte Coach seine Mannschaft aufrüttelte. Paul Drux, Kapitän Lindberg, Frederik Simak und Marko Kopljar verkürzten. Ausgerechnet Torhüter Martin Ziemer, mit zwölf Paraden wieder einmal ein starker Rückhalt, verwandelte aus dem eigenen Kasten heraus zum Ausgleich (24:24/47. Minute).

Weil aber auch Nationaltorhüter Johannes Bitter, der den Vorzug vor Füchse-Keeper Silvio Heinevetter für die EM (9. bis 26. Januar) bekommen hatte, sicher parierte, blieb die Partie eng – und musste wie schon beim 29:28 gegen Leipzig am vergangenen Donnerstag in den letzten Sekunden entschieden werden. Mit dem besseren Ende für die Füchse. „Wir haben unser Glück für dieses Jahr jetzt wirklich verspielt“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. „Gut, dass kein Spiel mehr kommt.“

Füchse-Manager Hanning fordert mehr Konstanz in den Leistungen

Der Sieg in Stuttgart ist nun also ein versöhnliches Ende für 2019. „Das Jahr bekommt von mir eine 2-“, sagte Hanning. „Wir haben zwei Final Four erreicht, haben uns für Europa qualifiziert und sind auch jetzt in Europapokalnähe. Das ist rundum zufriedenstellend.“ Der Sieg vor zweieinhalb Wochen gegen den THW Kiel (29:28) war für den 51 Jahre alten Manager eine der großen positiven Überraschungen des Jahres. „Genau wie die Entwicklung des 2002er-Jahrgangs im Nachwuchs“, resümiert Hanning. Negativ in Erinnerung bleiben aber die Pleiten in Minden (25:29) und Balingen (30:31).

Deshalb braucht es für die zweite Hälfte der Saison, die am 1. Februar mit dem Heimspiel gegen Balingen beginnt, mehr Konstanz in den Leistungen. „Wir müssen gegen die schwächeren Teams besser spielen und gegen die starken Mannschaften so weitermachen“, fordert Hanning. Überwintern werden die Berliner auf Rang fünf – mit guten Aussichten auf die Spitzenplätze. „Diese verrückte Liga gibt uns Chancen“, sagt Trainer Petkovic. „Träumen ist erlaubt.“

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