Handball

Die Füchse und ihre Linksaußen: Mit Rückenwind aus Ungarn

Die Verpflichtung von Milos Vujovic hat bei den Füchsen den Konkurrenzkampf auf Linksaußen angeheizt. Ein Vorteil für die Rückrunde.

Tim Matthes hat bei den Füchsen im Konkurrenzkampf auf Linksaußen gerade die Nase vorn.

Tim Matthes hat bei den Füchsen im Konkurrenzkampf auf Linksaußen gerade die Nase vorn.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Milos Vujovic ist schon im Weihnachtsurlaub. Der Linksaußen von Grundfos Tatabanya, der im kommenden Sommer zu den Füchsen Berlin wechselt, entspannte am Sonnabend vor dem Fernseher. Draußen Regen, drinnen vorweihnachtliche Ruhe. Die ungarische Liga hat bereits Winterpause, Zeit also, um sich zu entspannen – und sein Freizeitprogramm bei Instagram zu posten.

Während der 26 Jahre alte Bald-Berliner durchatmen kann, geht es beim Handball-Bundesligisten aus der Hauptstadt weniger besinnlich zu. Dafür ist nicht nur das Auswärtsspiel an diesem Sonntag in Erlangen verantwortlich (16 Uhr, Sky), mit dem der Tabellenfünfte in die Rückrunde startet. Auch Vujovic hat seinen Anteil daran. Die Verpflichtung des schnellen Montenegriners hat den Konkurrenzkampf in der Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic ordentlich angeheizt.

Die Füchse werden wohl nicht mit drei Linksaußen in die neue Saison gehen

„Milos ist ein absoluter Kämpfer. Seine Mentalität und sein unbedingter Siegeswille werden uns voranbringen“, hatte Stefan Kretzschmar, ab Januar Sportvorstand bei den Füchsen, zu Vujovics Wechsel gesagt. „Er wird ein wichtiger Baustein für unser Team in den nächsten Jahren werden.“ Bleibt die Frage, was mit den anderen beiden Linksaußen passiert, die sich gerade die Arbeit auf der vermeintlichen Königsposition teilen. Tim Matthes (20) und Kevin Struck (22).

Dass die Füchse mit dem Youngster-Duo inklusive Vujovic in die neue Saison gehen, ist unwahrscheinlich. Drei Linksaußen sind einer zu viel, wenn man bedenkt, dass Struck schon jetzt wenig Einsatzzeit hat, weil Matthes solide Leistungen zeigt. „Tim spielt eine super Saison. Da kann ich mich nicht beschweren“, sagt Struck. „Wenn jemand so eine Leistung bringt, lässt man den natürlich spielen.“

Matthes und Struck haben noch Verträge bis 2022

Allerdings offenbarte Matthes in dieser Saison schon häufiger Schwächen in der Abwehrarbeit. Gegen Kiel (29:28) zum Beispiel, als Petkovic in der zweiten Halbzeit Struck brachte und der mit drei Toren und einer starken Abwehrleistung überzeugte. „Wenn man gut spielt, kann man das grundsätzlich als persönlichen Erfolg nehmen“, sagt der Rechtshänder. Pluspunkte für den 22-Jährigen, der seit 2011 im Verein ist und ebenso wie Matthes von der Nachwuchsarbeit der Füchse profitiert hat.

Beide haben noch einen Vertrag bis 2022. Den Aussagen der Vereinsführung von Ende Oktober zufolge müssen sich noch einige Spieler beweisen. Um im Sommer mit Neu-Trainer Jaron Siewert das Projekt Champions League anzugehen. Dass zudem schon vor der Winterpause drei neue Spieler (Marian Michalczik aus Minden, Lasse Andersson aus Barcelona und Vujovic) für die nächste Saison verpflichtet wurden, sei ja schon „ein bisschen unüblich“, sagt Struck.

Trainer Petkovic hat keine Veränderung in der Mannschaft wahrgenommen

Aber eben auch ein Signal an den aktuellen Kader, der sich in der Rückrunde nun strecken muss. „Wir sind mitten in der Saison, wir haben viele Spiele, viel Training. Da hat man andere Sachen im Kopf, als sich Gedanken darüber zu machen, was im nächsten Sommer ist“, beteuert Struck. Weder er noch Trainer Petkovic haben einen Ruck wahrgenommen, der nach der Ansage durch die Mannschaft gegangen ist. „Ich habe nie Probleme gehabt, irgendwelche Spieler zu motivieren“, sagt der 63 Jahre alte Coach.

Bereitschaft und Wille haben davor auch nicht gefehlt, wenn man Struck glauben mag. Zu erkennen ist aber, dass die Füchse seit den zukunftsweisenden Entscheidungen deutlich stabilere Leistungen bringen. Acht Siege stehen zwei – äußerst bitteren – Niederlagen gegenüber. Der Rückenwind aus Ungarn, Ostwestfalen und Barcelona, er zeigt also schon Wirkung.

Mehr über die Füchse Berlin lesen Sie hier.