Handball

Trotz Virus: Fuchs Lindberg knackt Wetzlars Abwehrbollwerk

Die Füchse Berlin gewinnen mit 32:27 gegen Wetzlar – dank zehn Toren von Kapitän Hans Lindberg, der trotz Magen-Darm-Virus überzeugte.

Kapitän Hans Lindberg machte trotz Magen-Darm-Virus ein überzeugendes Spiel.

Kapitän Hans Lindberg machte trotz Magen-Darm-Virus ein überzeugendes Spiel.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Langsam können sie es wohl nicht mehr hören. Dieses „Döp döp döp“, das in der Max-Schmeling-Halle gespielt wird, wenn Hans Lindberg ein Tor macht. Weil der Kapitän der Füchse Berlin das in dieser Saison wirklich häufig macht, schallt es regelmäßig „Döp döp döp“ aus den Lautsprechern. Auch am Donnerstagabend, als der Berliner Handball-Bundesligist einen verdienten 32:27 (16:14)-Sieg gegen die HSG Wetzlar feierte. Und Lindberg zehn Tore dazu beisteuerte.

Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Däne einen Tag vorher noch mit einem Magen-Darm-Virus im Bett lag. „Ich habe gestern nur Tomatensuppe gegessen. Das ist besser gelaufen, als ich gedacht hätte“, sagte Lindberg und lachte. Allein hat aber noch niemand im Mannschaftssport gewonnen. Selbst dem 38 Jahre alten Dauerbrenner gelingt das nicht.

Vierter Füchse-Torhüter Genz glänzt in der Schlussphase

Der achte Heimsieg in dieser Saison war deshalb auch anderen zu verdanken. Torhüter Martin Ziemer zum Beispiel, der mal wieder zur Stelle war, als die Stammkräfte ausfielen und neun Paraden zeigte. Oder Jacob Holm (fünf Treffer) und Johan Koch (vier Treffer), die der Lindberg-Virus ebenfalls erwischt hatte. Kreisläufer Koch hatte sich während des Spiels sogar übergeben müssen.

Ein Spaziergang war der Erfolg vor 8235 Zuschauern in der heimischen Schmeling-Halle also wirklich nicht. Die Füchse mussten kämpfen, sich immer wieder gegen ein Wetzlarer Abwehrbollwerk durchackern und in der ersten Halbzeit hinnehmen, dass sich die Gäste aus Mittelhessen nach Kräften wehrten. Erst in Hälfte zwei gelang es der Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic sich abzusetzen. Spielmacher Fabian Wiede bescherte die erste Sechs-Tore-Führung der Partie (23:17/38. Minute). „Da haben wir das gut gemacht, den Abstand gehalten“, sagte Lindberg.

Als Kreisläufer Mijajlo Marsenic in der 45. Minute eine erneut zweifelhafte Rote Karte sah, gerieten die Füchse kurz aus dem Konzept. Ohne ihren zweiten Mann im Mittelblock, der schon in der Vorwoche beim Triumph gegen Kiel (29:28) vom Feld gestellt worden war, wackelte die Berliner Abwehr. Bis Fredrik Genz, vierter Torwart der Füchse, kam, sah und mit zusätzlichen vier Paraden in der Schlussphase den Heimsieg eintütete. „Das war ein sehr geiles Gefühl“, sagte der 22-Jährige mit einem Strahlen im Gesicht, als auch nach dem Spiel nochmal das „Döp döp döp“ durch die Halle tönte.

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